Wieder zurück auf Bali

Nach einem langen Winterurlaub sind wir wieder zurück auf Bali. Diesmal gab es keine bösen Überraschungen wie beim letzten Mal.

Vier Wochen waren wir unterwegs und sind wieder viel herumgekommen. Angefangen haben wir in Bangkok und bereisten dann in einem großen Bogen Laos und Nordthailand. Anschliesslich Südthailand und weiter nach Malaysia.

Wir haben viele tolle Ausflüge gemacht, viele neue und leckere Sachen gegessen, viel rumgelaufen, haben viele unbequeme Stunden in Bussen verbracht, interessantes und seltsames gesehen, viel Toast mit Erdbeermarmelade zum Frühstück gegessen und unzählige Bewertungen gelesen.
Schön wars.

Hier sind schonmal die ersten Urlaubsfotos.







Wochenende in Jakarta

Kürzlich waren wir für ein Wochenende in Jakarta (die Hauptstadt von Indonesien). Ich wollte unbedingt einen Eindruck bekommen wie Jakarta im Vergleich zu anderen asiatischen Hauptstädten wie Kuala Lumpur oder Hanoi ist aber auch im Vergleich zu Denpasar, der größten Stadt Balis.
Ehrlich gesagt bin ich von Denpasar enttäuscht. Ich hatte erwartet, dass es größer ist, mehr Möglichkeiten jeder Art gibt und viel mehr los ist. Aber bis auf ein paar gute Einkaufsmöglichkeiten gibt es keinen Grund nach Denpasar zu fahren. Es scheint überhaupt kein richtiges Zentrum zu geben. Es ist mehr wie endlose Ausfallsstrassen aber man kommt nie in der Stadt an. Man muss dazu sagen, dass Denpasar auch nur rund 700.000 Einwohner zählt. Als ich damals las, dass auf Bali 4 Millionen Menschen leben, habe ich erwartet, dass die Urbanisierung viel weiter fortgeschritten ist und wesentlich mehr Menschen in der Hauptstadt leben. Aber wenn 60% der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten, dann muss natürlich auch die Mehrheit auf dem Land wohnen.
In Jakarta haben wir vor allem die Annehmlichkeiten einer Großstadt genossen: Shopping Malls, Salsa tanzen und mit dem Bus fahren.

Neben den Sammelbussen gab es auch Richtige mit Haltestelle und Busspur :-).

Mit 10 Millionen Einwohner ist Jakarta größer als Bangkok (in der Region sollen sogar 30 Millionen leben!) und ich habe noch nie jemand getroffen, der etwas gutes über Jakarta gesagt hat. Leute zu fragen, wie ihnen Jakarta gefallen hat, ist schon ein Running Gag geworden.
Besonders der Verkehr und die Staus sind berüchtigt. Wenn man Pech hat, dann kann die Fahrt zum Flughafen vier Stunden dauern! Alle, die in Jakarta gelebt haben,
erzählen davon, wie sie immer Snacks und eine Kühltruhe mit kalten Getränken im Auto haben, da man immer damit rechnen muss für mehrere Stunden im Stau fest zu stecken.

Das Bild vermittelt einen Eindruck von dem Aufkommen an Verkehr und auch der Disziplin der Verkehrsteilnehmer. Die linke Spur ist übrigens die Busspur. Obwohl wir den Bus von der Haltestelle sehen konnten, hat es locker eine Viertelstunde gedauert bis er bei uns angekommen war.

Wir haben uns auch einen selfie pole gekauft. Das ist eine Art Stativ, mit dem man dann die Kamera weiter weit halten kann um sich selbst besser fotografieren zu können. Die Indonesier haben dafür den schönen Begriff tongcis. Tong steht dabei für Stab und cis für Narzisst, also ein Narzisstenstab :-).
Mit auf dem Bild sind Bekannte von uns, die uns an dem Tag durch Jakarta geführt haben.

Beide sind gläubige Muslime und die einzigen Menschen, die ich kenne, die noch nie Alkohol getrunken haben. Und sie hat uns erzählt, dass sie gerne wüsste wie Wein schmeckt! Das finde ich besonders faszinierend, da sie Teekennerin ist und Claire und sie jedes Mal besondere Teesorten austauschen.

Ein paar Bilder vom Markt in Chinatown.

Eindrücke von Kambodscha

Nach meinem Studium war ich fast drei Monate lang in Südostasien unterwegs und verbrachte ungefähr vier Wochen davon in Kambodscha. Wie bereits hier erwähnt faszinierte mich Kambodscha ungemein.
Deshalb veröffentliche ich hier nun meine Lieblingsfotos von diesem Teil der Reise.

Tiertransport. Und jemand, der auf dem Dach zwischen den Enten mitfährt.

Hifi und TV Service auf der Straße.

Fahrradtaxis.

Bei Sammeltaxis wurde im Reiseführer dazu geraten, dass man nicht zulassen sollte, dass der Fahrer seinen Platz mit einem Passagier teilt. Lieber sollte man extra bezahlen, so dass dieser „Sitzplatz“ frei bleibt.

Wenn die Ladefläche voll ist, dann sitzt man halt auf dem Dach.

Ich würde lieber dreimal fahren um das zu vermeiden.

Anscheinend gibt es nichts, was man nicht auf dem Autodach transportieren kann.

Hier gibt’s Motorradketten.

Ich glaube, das war sogar die Toilette von einem Restaurant.

Einen Stuhl, zwei Spiegel, eine Schere und ein Kamm und man kann als Frisör arbeiten.

Garküchen in Phnom Penh.

Stelzenhaus in der Nähe vom Tonlé Sap See.

Die großen Tonkrüge sind wahrscheinlich dazu da um das Regenwasser zu speichern, welches als Trinkwasser benutzt wird.

Der Hafen und Markt von Kompong Chhnang waren unglaublich.

Es lag einfach überall Müll herum.

Irgendwann beobachtete ich jemand der fegte und Müll in einen Behälter tat. Als er damit fertig war, leerte er den Behälter in den Fluß.

In Kambodscha trägt man draussen auch gerne Schlafanzüge :-).

Noch ein Frisör und ein Gemüsehändler. Immerhin legen sie was unter das Gemüse.

Preisfrage: Wieviele Fahrräder kann man mit einem Pickup transportieren?

Ein sehr spannendes Land. Kann ich nur empfehlen als Reiseziel.

Über das Reisen

Wenn ich eine Landkarte betrachte, bin ich immer wieder fasziniert von der Größe Russlands. Einerseits grenzt es an Finnland und gleichzeitig an Nordkorea und China. Diese Dimensionen finde ich schwer vorstellbar. Wieviele Wochen wohl eine Durchquerung mit dem Auto dauern würde? Im Sommer flog ich – bedingt durch die Flugroute Frankfurt – Seoul – zum ersten Mal über Russland. Das war beeindruckend. Stundenlang zu fliegen und immer das gleiche Bild zu sehen: die Wälder und die Seen Russlands. Wieviele Stunden kann man Deutschland überfliegen? Spätestens nach einer Stunde wäre man über einem anderen Land.
Anders bei Russland. Stunde um Stunde konnte ich die unendlichen Weiten vorbeiziehen sehen. Und dann: die Wüsten und Steppen der Mongolei.
Es ist ein tolles Gefühl die berühmten Orte unserer Welt, die die meisten nur aus Erzählungen oder dem Fernsehen kennen, mit eigenen Augen zu sehen (selbst, wenn es nur vom Flugzeug aus ist). Zu sehen, dass es die Orte, die bisher nur in der Vorstellung existierten, wirklich gibt.

In Seoul besuchten wir Gangnam. Das ist der Bezirk in Seoul, den Psy in seinem Lied „Gangnam Style“ besungen hat. Mit über 2 Milliarden Aufrufen ist es das meist gesehene Video auf Youtube. Und obwohl wir sonst nicht viel über den Ort wussten und es auch nichts besonderes zu sehen gibt, so war der Ort doch mit Bedeutung aufgeladen. Das Schild der U-Bahn-Station Gangnam zu sehen, löste bei mir die etwas seltsamen „Das existiert ja wirklich“ Gedanken aus. Obwohl ich so oft davon gehört und gelesen hatte, war es ganz anders es wirklich zu sehen.

Ähnlich ging es mir, als ich in Vietnam gegrillte Hundeköpfe und damit das erste Mal Hund als Lebensmittel sah. Oder die Lebensbedingungen in der dritten Welt. Ich erinnere mich noch gut, wie ich 2008 Kambodscha bereiste und mir ständig der Mund offenstand. Die Bruchbuden, in denen die Menschen gewohnt haben, die Märkte, der Müll überall, natürlich auch der Verkehr, das, was für sie Werkstätten, Geschäfte und Restaurants waren – es war unbeschreiblich.
Die ganzen Zahlen und Statistiken über Armut und Bruttoinlandsprodukt sind natürlich viel zu abstrakt, als dass man eine reale Vorstellung von den Lebensbedingungen bekommen könnte. Aber selbst eine Dokumentation im Fernsehen scheint mir noch meilenweit von der Wirkung entfernt zu sein die es hat, wenn man vor Ort ist.

Und so ist Reisen und das, was weit weg und anders ist, mit eigenen Augen zu sehen, wichtig, wenn man wissen will wie die Welt wirklich aussieht und besser verstehen will.