Linktipps Singapur (1)

Seit einigen Wochen schaue ich regelmässig in den Lokalteil von Singapurs Zeitungen um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was für Themen die Singapurer bewegt. Da hab ich auch schon ein paar lustige Artikel gefunden, die vielleicht auch typisch für Singapur sind.

Niedrigste Anzahl an herunter gefallenen Fenstern seit 10 Jahren
Offenbar kommt es manchmal vor, dass Fenster (mitsamt dem Rahmen?) sich lösen und zu Boden fallen. Bei 20-stöckigen Hochhäusern kann das natürlich sehr gefährlich sein. In Vergleich zu letztem Jahr sind nur 30 Fälle erfasst worden. 13 weniger als im Vorjahr. Wer seiner Pflicht, alte Fensterrahmen auszutauschen nicht nachkommt, der kann – wie sollte es anders sein – hart bestraft werden. Ein Fensterfall, der auf Fahrlässigkeit des Besitzer zurückzuführen ist, kann mit 10.000 S$ und/oder einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Dieser erfreuliche Trend, dass immer weniger Fenster runterfallen, ist sicherlich der „Window Safety“ Kampagne, den „window safety awareness“ Events und den „window maintenance tips“ der entsprechenden Behörde zu verdanken.

Arbeiten am Fahrradwegnetzwerk in Ang Mo Kio begonnen
Vorneweg: Fahrradwege sind praktisch nicht vorhanden in Singapur. Im Außenbezirk Ang Mo Kio haben nun die Arbeiten an dem ersten Abschnitt (4 km) der insgesamt 20 km geplanten Fahrradwege begonnen. Was wohl schon einen Rekord darstellt.
Um das Spazierengehen angenehmer zu gestalten, sollen entlang bestimmter Fußwege besondere Orchideen gepflanzt werden. Ich bin gespannt, ob die Einheimischen dafür wirklich ihr Auto stehen lassen.

Passend dazu ist der Artikel von Bruno Wildermuth, der wesentlich an der Planung und dem Bau des U/S-Bahnsystems von Singapur beteiligt war: Singapur ist eine Stadt für Autos geworden, nicht für Menschen (PDF ab Seite 15).

Sehr empfehlenswert ist der Kurzfilm Singapore Rebel, in dem es um einen Politiker geht, der durch seine – für unsere Begriffe harmlosen – Aktionen mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Er wurde wiederholt zu sehr hohen Geld- und Haftstrafen verurteilt.
Der Film, der m.E. recht objektiv und nicht wertend darüber berichtet, war 5 Jahre lang verboten (bis das angewandte Gesetz verändert wurde). Der Filmemacher wurde meines Wissens nie verurteilt, es wurde aber lange gegen ihn ermittelt und wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann war er zeitweise auch im Gefängnis.

Wenn ihr mal hören wollt, wie man in Singapur Englisch spricht:
How To Serve Singaporean Customers
Omas in Singapur
Der Musik-Hit in Singapur