Hausmädchen in Singapur

Dienstboten oder Hausmädchen sind in Deutschland ein Relikt aus der Vergangenheit. Manchmal trifft man auf sie in alten Büchern oder findet einen Dienstboteneingang in einer Berliner-Altbauwohnung vor. Am Ähnlichsten zum Hausmädchen ist noch das Au-pair, bei dem Jugendliche im Ausland bei einer anderen Familie leben und bei der Kinderbetreuung helfen um dort eine andere Sprache und Kultur kennenzulernen.
Dagegen sind in Singapur Hausmädchen so beliebt und verbreitet wie in Europa vor 100 Jahren. Leider unter vergleichbar schlechten Bedingungen wie damals.

Hausmädchen (engl. Maids) oder Foreign Domestic Worker – wie sie offiziell in Singapur heißen – sind weit verbreitet und sehr sichtbar im Alltag. Laut einem Zeitungsartikel arbeiten rund 230.000 Hausmädchen in Singapur. Eine realistische Schätzung ist wahrscheinlich, dass 10% aller Haushalte ein Hausmädchen anstellen (bei den 1,2 Millionen Haushalten von SingStat fehlen vermutlich die Expat-Haushalte). Nach Claires Einschätzung hat jedes Kind von ihrer Schule ein Hausmädchen in der Familie.
Man kann sie meistens daran erkennen, wenn die in der Regel dunkelhäutigen Frauen, mit den Hunden Gassi gehen, die Autos waschen, schwer beladen vom Einkaufen zurückkommen oder die Kinder von der Schule abholen.

Die Vermittlungs-Agenturen

Ich bin zum ersten Mal auf das Thema aufmerksam geworden, als ich durch ein Einkaufszentrum in der Nähe von Claires Schule ging, das voller Agenturen für Hausmädchen war. Es gab bestimmt 10 der 15 solcher Agenturen, von denen die meisten auf ein Herkunftsland spezialisiert waren: „Indonesian Maids“, „Myanmar Maids“, „Philippines“, „Best Maids from Malaysia“. Die Läden erinnerten an Reisebüros aber es gab noch eine Reihe von Stühlen, auf denen Frauen mit identischen T-Shirts saßen und warteten. Es war ein ziemlich komisches Gefühl durch diese Mall zu laufen. Als kann man sich dort, wie in einem Bordell, eine Frau aussuchen. Oder wie Sklaven, die auf ihren neuen Besitzer warten.

Bei den Agenturen kann man sich Hausmädchen nach Nationalität, Alter, Religion, Familienstand, Fähigkeiten und mehr aussuchen. Zu den wichtigsten Fähigkeiten gehören: Kinderbetreuung, Kochen, Haushalt und Altenpflege. Viele Frauen arbeiten schon lange als Hausmädchen und waren auch in Ländern wie Saudi Arabien, Dubai oder Malaysia tätig. Viele sind auch verheiratet und haben selbst Kinder in ihrer Heimat. Das muss schwer sein, wenn man die eigenen Kinder zurück lässt, um in einem anderen Land für fremde Kinder zu sorgen.

Die Arbeitsbedingungen in der Theorie

Als Hausmädchen verdient man normalerweise zwischen 400 und 700 Singapur Dollar im Monat (260 bis 450 Euro). Sie haben Anspruch auf einen Schlafplatz in der Wohnung ihres Arbeitgebers und drei Mahlzeiten am Tag. Zusätzlich bezahlt der Arbeitgeber für eine Krankenversicherung und alle anfallenden Arztrechnungen. Sie müssen sechs Tage pro Woche arbeiten und haben einen Tag frei. Laut Gesetz müssen sie ihren Arbeitgebern für 16 Stunden täglich zur Verfügung stehen, z.B. von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr nachts.

Für Hausmädchen und Arbeitgeber gelten strenge Regeln. Als Hausmädchen bekommt man ein spezielles Visum, dafür muss man weiblich sein, zwischen 23 und 50 Jahre alt und aus bestimmten Ländern kommen wie z.B. Philippinen, Thailand, Indonesien, Malaysia. Wer als Hausmädchen schwanger wird oder an einer Geschlechtskrankheit erkrankt, wird sofort abgeschoben.

Es gibt noch viele sehr detaillierte Beschreibungen, z.B. dass man ihr mindestens eine Matratze, ein Kissen und eine Decke zur Verfügung stellen muss. Oder dass ihr Zimmer von Regen, Sonne und Wind geschützt sein muss (Balkon geht wohl nicht). Ich konnte nichts darüber finden, ob die Bombshelter (wie ein dunkler, begehbarer Wandschrank) mit ihren ca. 2 mal 2 Meter als Zimmer für ein Hausmädchen erlaubt oder verboten sind aber es ist wohl üblich, das sie im Bombshelter schlafen.

Wenn man zum Ersten mal ein Hausmädchen einstellen will, muss man sogar Kurse besuchen um über die Rechte und Pflichten informiert zu werden (nicht ganz verkehrt bei soviel Gesetzen). Es gibt aber auch Dokumente in denen erklärt wird, dass die Hausmädchen ihre Aufgaben besser erfüllen können, wenn man ihnen ausreichend zu essen gibt oder dass sie länger bei ihrem Arbeitgeber bleiben würden, wenn man sie mit Respekt behandelt.

Die traurige Realität

Die Bedingungen unter denen viele Hausmädchen leben und arbeiten sind unmenschlich. Es gibt Fälle, in denen die Frauen von ihren Arbeitgebern verprügelt, zu Tode gehungert und ständig beschimpft und schikaniert werden. Dagegen sind die Fälle, in denen ihnen der wöchentliche Ruhetag verwehrt wird, noch harmlos. Einige Arbeitgeber installieren sogar Überwachungskameras in der eigenen Wohnung um die Hausmädchen damit zu überwachen und nehmen ihnen Telefon und Pass weg. Dadurch, dass die Arbeitgeber die Hausmädchen jederzeit ohne besondere Gründe feuern können (was in den meisten Fällen wohl die Abschiebung bedeutet), ertragen viele die schlechte Behandlung und trauen sich auch nicht anderweitig Unterstützung zu suchen.

Einem Hausmädchen aus den Philippinen wurde das Telefon weggenommen, jeglicher Kontakt zu ihrer Familie und anderen Menschen untersagt, ihr Gehalt einbehalten und sie auf 29 kg ausgehungert (dreimal täglich Instantnudeln mit etwas Toast).

Eine andere wurde von ihren Arbeitgebern geschlagen, wenn sie Fehler machte oder als sie angeblich Essen aus dem Kühlschrank gestohlen hatte.

Im letzten Jahr gab es auch mehrere Selbstmordversuche von Hausmädchen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen.

Sehr traurig ist der Fall, wo ein psychisch krankes Hausmädchen die Schwiegermutter ihrer Arbeitgeberin im Schlaf erstickte, um sich bei ihrer Arbeitgeberin beliebt zu machen. Vor der Tat wurde das Hausmädchen ständig erniedrigt, des Klauens verdächtigt und von ihrer Arbeitgeberin als wildes Schwein bezeichnet (eine der schlimmsten Beleidigungen für einen muslimische Frau).

Es ist schwer zu sagen, wie weit verbreitet diese Bedingungen wirklich sind. Laut dem Arbeitsamt wurden bereits mehr als 2000 Arbeitgeber für die schlechte Behandlung ihrer Hausmädchen bestraft. Vermutlich werden die meisten Hausmädchen anständig behandelt. Aber diese Extremfälle zeigen, dass es noch einer langer Weg sein wird, bis Singapur mit seinen billigen Arbeitskräften wirklich fair umgeht.

Die andere Seite

Bei meinen Recherchen bin ich auf ein Blog gestossen, in dem eine Frau über ihre negativen Erfahrungen mit Hausmädchen schreibt. Ich kann auch ein kleines bisschen nachvollziehen, dass es sehr frustrierend sein kann ein Hausmädchen anzustellen und zu trainieren, schließlich hatten wir auf Bali selber für zwei Jahre einen Putzmann. Dennoch ist wirklich erschreckend, was sie und andere Arbeitgeber für ein Bild von Hausmädchen haben.

Die Hausmädchen wären alle faule, arbeitsscheue Prinzessinnen, denen es viel zu gut geht. Sie selbst wäre das eigentliche Opfer, da sie für alles bezahlen muss und die Regulierungen des Arbeitsamts (MOM – Ministry of Manpower) die Hausmädchen schützen und nicht die Arbeitgeber. Folglich hat sie zur Kontrolle Überwachungskameras installiert, in ihren Hausregeln sind keine Nickerchen erlaubt, es darf nicht länger als 10 Minuten geduscht, die Waschmaschine darf nicht für die eigene Wäsche benutzt werden, das private Telefon händigt sie ihrem Hausmädchen erst um 7 abends aus und dergleichen mehr.

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Von Warteschlangen und dem Wesen der Asiaten

Wenn von Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Rede ist, spricht man gerne über deren Mentalität oder Temperament. Die Südländer sind so temperamentvoll, die Asiaten sehr schüchtern und so weiter. Ein Problem damit ist, dass es natürlich Ausnahmen gibt, ein Teil der Asiaten besitzen vermutlich ein ähnlich stürmisches Temperament wie ein durchschnittlicher Italiener.

Aber was dabei gar nicht berücksichtigt wird ist, wie situationsabhängig Verhalten ist. Das kann man am Besten mit ein paar Beispielen verdeutlichen. Verglichen mit Indonesien ist der Straßenverkehr in Singapur sehr zivilisiert. Verglichen mit Deutschland sind die Autofahrer aber keineswegs höflich und zurückhaltend, sondern sehr aggressiv und rücksichtslos. Wenig später stehen die gleichen Menschen ganz friedlich in der Schlange des Restaurants und warten geduldig auf einen Tisch.
In dem Moment, in dem sich die Türen der U-Bahn öffnen, gibt es immer ein paar, die hinein stürmen um einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern. Gleichzeitig bleiben
die Sitzplätze für Behinderte/Alte/Schwangere aber frei.

Während man gemeinhin sagt, dass man in Asien sehr vorsichtig mit Kritik umgehen und in einem Streit nicht laut werden soll, so ist es ganz normal, durch das ganze Lokal zu schreien, wenn man noch etwas bestellen will. In Deutschland würde man wohl kaum als zurückhaltend gelten, wenn man als Handwerker nach der Wohnungsmiete und dem Gehalt fragt oder wenn flüchtige Bekannte nach Gewicht und Alter fragen und sagen, dass man ganz schön dick ist. Auf der anderen Seite habe ich gehört, dass man in Singapur selbst mit guten Freunden nicht über Religion und Politik spricht, aus Angst den anderen vor den Kopf zu stoßen.
Es läßt sich auch schwer mit dem Bild der friedlichen, religiösen Balinesen vereinen, dass ertappte Diebe an Ort und Stelle von einem Mob zu Tode geprügelt werden.

Aber kommen wir noch mal auf das Schlange stehen zurück. In Indonesien gibt es Situationen, in denen es mit dem Anstehen ganz gut klappt. In der Regel bildet sich eine große Traube, wo man darum kämpfen muss, dass man irgendwann an der Reihe ist. Ganz anders in Singapur. Wenn es etwas gibt, was Singapurer gut können, dann Schlange stehen. Ordentliche Schlagen von geduldigen Singapurern sieht man eigentlich überall. Alle Restaurants und Imbisse besitzen Schilder, die anzeigen, wo die Schlange zu starten hat und das wird auch befolgt. Bei der Post trifft man auf die Markierungen für die verschiedenen Schlangen auf dem Boden, lange bevor man die Schalter sehen kann.

Ich habe das Gefühl, dass sie ein bisschen stolz darauf sind, wie hübsch die Schlangen sind, die sie bilden. Als ich mal ein Problem mit meiner SIM-Karte hatte, musste ich zum Singtel-Laden (das Pendant zur Telekom). Es war etwas voll und als die Lösung nicht funktionierte, ging ich zurück zum Schalter, wodurch es noch etwas unübersichtlicher wurde.
Eine der Angestellten sagte dann: „Who’s next?“ (Wer ist der nächste?)
Und fügte etwas genervt hinzu: „I have to ask because there is more than one queue.“ (Ich muss fragen, weil es mehr als eine Schlange gibt.)
Daraufhin war einer der Schlangestehenden so richtig beleidigt und schimpfte die nächsten Minuten, dass es doch klar wäre wo die Schlange sei, sie solle nur richtig hinkucken, es gäbe natürlich nur eine Schlange und so weiter.

Was gibt es für widersprüchliche Verhaltensweisen die ihr entdeckt habt? Oder in welchen Situationen sich Menschen ganz entgegen dem Klischee verhalten?

Kreatives Englisch in Asien

In (Ost-/Südost-)Asien trifft man häufig auf einen – sagen wir mal – kreativen oder unbedarften Gebrauch der englischen Sprache. Zum Beispiel sieht man regelmässig Menschen, die Hemden tragen, bei denen die englische Aufschrift etwas fehl am Platz wirkt. Mir drängt sich dann immer die Frage auf, ob jene Menschen überhaupt verstehen, womit sie da herumlaufen. Aber auch im Stadtbild findet man immer wieder lustiges Englisch. Natürlich gibt es das nicht nur hier, sondern auch in Deutschland. Hier mal ein paar Beispiele aus Singapur:

Große Mädchen Küche? Was soll das sein? Meistens beschreibt man ja die Küche anhand des Essens oder des Herkunftlandes aber nicht nach denen, die es kochen?

„Wallet friendly“ also Geldbörsenfreundlich ist eine schöne Umschreibung für billig. Trifft möglicherweise genau den Nerv der sparsamen Singapurer.

In diesem Restaurant schreibt man die Bestellung selbst auf einen Zettel, den man dann der Bedienung gibt. Bei dem Bestellformular – dem order sheet – ist aber eine Kleinigkeit schief gelaufen.

Die Bierbauch-Bar. Das wirkt nicht so richtig anziehend auf mich. Es ist überhaupt auch etwas unklar, wie das gemeint ist. Wollen sie bierbäuchige Männer ansprechen oder kann man dort vielleicht besonders schöne Bierbäuche sehen. Beer belly dance?

Ein super Name natürlich. Aber ich glaube, da gibt es schon etwas anderes, was so heißt.

Erstgeborene Eier. Das erschließt sich mir nun gar nicht.

Singapur ist wohl auch das einzige Land der Welt, wo die Happy Hour „1 for 1“ heißt. Da bekommt man dann 2 Getränke und bezahlt nur für eins.

Ein Neujahr nach dem Anderen

Letzte Woche feierten wir unser erstes Silvester in Singapur. Dazu sind wir abends ins Zentrum zu Marina Bay gefahren, wo – vergleichbar mit dem Brandenburger Tor – die größte Party stattfand. Angeblich gab es eine Bühne mit Musik (und Programm?) von der wir aber nichts mitbekamen. Es gab nicht mal einen Countdown. Nach meiner Uhr began wenige Sekunden vor Mitternacht das offizielle Feuerwerk. Ganz nett. 8 Minuten später war alles vorbei und die Menschenmengen strömten nach Hause. Niemand hatte Feuerwerkskörper, es wurde kein Alkohol getrunken und auch nicht angestoßen. Etwas langweilig im Vergleich zu Berlin. Dafür sehr sicher.

Viel wichtiger als Silvester und das westliche Neujahr ist hier das chinesische Neujahr, was nächsten Monat stattfinden wird. So wie Thanksgiving in den USA die Weihnachtszeit einläutet, so wurde durch Silvester die Vor-Neujahrs-Zeit eingeläutet. In den Supermärkten erklingt nun Neujahrsmusik und Neujahrsschmuck, -gebäck und -kitsch füllen die Auslagen.

Am 08.02.2016 findet das chinesische Neujahr oder Mond-Neujahr statt (gibt auch einen Sonnenkalender). Der Tag ändert sich von Jahr zu Jahr, da das Neujahr auf den Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fällt.

Der chinesische Kalender ist ziemlich kompliziert und nicht überall wird eine Jahreszahl verwendet. Die Berechnung ist auch nicht einheitlich und so wird am 08.02 entweder das Jahr 2130, 4713 oder 4653 begrüßt.

Einige werden sich erinnern*, dass es auf Bali auch ein eigenes Neujahr gibt: Nyepi, den Tag der Stille. Dieses Jahr (auch mondabhängig) findet Nyepi am 09.03.2016 statt. In Bali beginnt dann das Jahr 1938.

Wieder einen Monat später wird in Thailand vom 13.4 bis zum 15.4.2016 das Jahr 2588 begrüßt. Songkran, das thailändische Neujahr, wird mit ausgiebigen Wasserschlachten gefeiert.

Der jüdische Kalender ist noch „weiter“ und zwar ist derzeit das Jahr 5776.
Das jüdische Neujahr, Rosch ha-Schana, wird vom 03.10 – 04.10.2016 zelebriert.

Wie alle islamischen Feiertage wandert auch das Datum des islamischen Neujahrs durchs Jahr. Das nächste Jahr, 1438, beginnt am 03.10.2016.

Es gibt natürlich noch viel mehr Kulturen, die ihre eigenen Neujahrsfeste haben. Die in anderen Ländern verbreiteten Kalendersysteme kommen mir ganz schön kompliziert vor. Alleine die Anzahl der in Indien verbreiteten Kalender ist erstaunlich. Da bin ich ganz froh über unseren langweiligen, gregorianischen Kalender.

Übrigens: Dafür, dass wir das Neujahr am 1. Januar feiern, gibt es zwei Erklärungen:
– Jahresbeginn und Amtsantritt der Konsuln des römischen Reiches
– der 8. Tag seit der Geburt von Jesus und damit der Tag seiner Beschneidung

* Nyepi ist der Tag, an dem niemand für 24 Stunden das Haus verlassen darf. Alles hat
zu, sogar der Flughafen. Außerdem darf man nicht fernsehen, kein Licht anmachen, nicht kochen, keinen Lärm machen und dergleichen mehr. Und das wird auch wirklich durchgesetzt: Als wir beim Abendessen noch das Licht
anhatten, kam jemand und sagte wir sollen es ausschalten.

Salsa Musik Mix

01 – Golpe Con Melodia – Tromboranga
02 – Asi No – Orquesta Sonolux
03 – Pilon – Zumbao
04 – Sonrisa Bye Bye – Havana Heavy Hitters
05 – Los Campeones De La Salsa – Willy Chirino
06 – Me Gusta Todo De Ti – Kin Krible
07 – Diferente – Quarter Street
08 – Comunicate – Manolito y Su Trabuco
09 – Iyáñlá – La Excelencia
10 – Mirala – Angel Yos y La Mecanica Loca
11 – El Guanguanco De Superman – Tromboranga

Linktipps Singapur (1)

Seit einigen Wochen schaue ich regelmässig in den Lokalteil von Singapurs Zeitungen um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was für Themen die Singapurer bewegt. Da hab ich auch schon ein paar lustige Artikel gefunden, die vielleicht auch typisch für Singapur sind.

Niedrigste Anzahl an herunter gefallenen Fenstern seit 10 Jahren
Offenbar kommt es manchmal vor, dass Fenster (mitsamt dem Rahmen?) sich lösen und zu Boden fallen. Bei 20-stöckigen Hochhäusern kann das natürlich sehr gefährlich sein. In Vergleich zu letztem Jahr sind nur 30 Fälle erfasst worden. 13 weniger als im Vorjahr. Wer seiner Pflicht, alte Fensterrahmen auszutauschen nicht nachkommt, der kann – wie sollte es anders sein – hart bestraft werden. Ein Fensterfall, der auf Fahrlässigkeit des Besitzer zurückzuführen ist, kann mit 10.000 S$ und/oder einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Dieser erfreuliche Trend, dass immer weniger Fenster runterfallen, ist sicherlich der „Window Safety“ Kampagne, den „window safety awareness“ Events und den „window maintenance tips“ der entsprechenden Behörde zu verdanken.

Arbeiten am Fahrradwegnetzwerk in Ang Mo Kio begonnen
Vorneweg: Fahrradwege sind praktisch nicht vorhanden in Singapur. Im Außenbezirk Ang Mo Kio haben nun die Arbeiten an dem ersten Abschnitt (4 km) der insgesamt 20 km geplanten Fahrradwege begonnen. Was wohl schon einen Rekord darstellt.
Um das Spazierengehen angenehmer zu gestalten, sollen entlang bestimmter Fußwege besondere Orchideen gepflanzt werden. Ich bin gespannt, ob die Einheimischen dafür wirklich ihr Auto stehen lassen.

Passend dazu ist der Artikel von Bruno Wildermuth, der wesentlich an der Planung und dem Bau des U/S-Bahnsystems von Singapur beteiligt war: Singapur ist eine Stadt für Autos geworden, nicht für Menschen (PDF ab Seite 15).

Sehr empfehlenswert ist der Kurzfilm Singapore Rebel, in dem es um einen Politiker geht, der durch seine – für unsere Begriffe harmlosen – Aktionen mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Er wurde wiederholt zu sehr hohen Geld- und Haftstrafen verurteilt.
Der Film, der m.E. recht objektiv und nicht wertend darüber berichtet, war 5 Jahre lang verboten (bis das angewandte Gesetz verändert wurde). Der Filmemacher wurde meines Wissens nie verurteilt, es wurde aber lange gegen ihn ermittelt und wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann war er zeitweise auch im Gefängnis.

Wenn ihr mal hören wollt, wie man in Singapur Englisch spricht:
How To Serve Singaporean Customers
Omas in Singapur
Der Musik-Hit in Singapur