Fotos vom Urlaub in Japan

Über Ostern waren wir zusammen für eine Woche in Japan unterwegs. Das war der erste gemeinsame Urlaub seit einer Weile und auch der erste der nicht nach Deutschland oder die USA. Eins der Highlights für mich war, dass es kalt war. Es waren Frühlingstemperaturen, wo man manchmal eine Jacke brauchte und wo ich mich über die wärmende Kraft der Sonne gefreut habe. In Singapur vermeidet man länger als nötig draussen zu sein (es sei denn es ist ein Pool in der Nähe).


Tokio ist echt groß und ziemlich beeindruckend. Tokio selbst hat 13 Millionen Einwohner und der Großraum knapp 38 Millionen.


Reizüberflutung? :-)
Am Eingang zu Tokios Rotlichtviertel Kabukicho (hätte ich nicht erkannt als solches).


Eine der vielen Straßen im Ausgehviertel beim Shinjuku Bahnhof in Tokio. Die Fülle an Restaurants, Bars, Karaoke, Cafés und anderem erschlägt einen etwas. Ich glaube entweder weiß man vorher, wo man hin will oder wählt einfach zufällig etwas aus. Alle Restaurants in der Nähe anzusehen / zu vergleichen ist unmöglich (Tripadvisor war auch ziemlich nutzlos dort).


Alle paar Meter ein Hauseingang, der voller Schilder ist.


In der Nähe vom Shinjuku Bahnhof, der – gemessen an der Anzahl der Passagieren pro Tag – der größte auf der Welt ist. Es gibt 50 Bahnsteige und über 200 Ausgänge. Alleine von der einen auf die andere Seite zu kommen ist schon eine Herausforderung. Vermutlich auch das größte Labyrinth der Welt :-).


Angesagte Straße mit kleinen Läden und Modegeschäften.


Golden Gai in Tokio: Ein Gelände voller kleiner Bars. Es gibt dort bestimmt ein paar hundert Bars, in die alle nicht mehr als 6-8 Gäste passen und in den meisten Fällen sitzen alle am Tresen. Interessanterweise lief nirgendwo laute Musik und es schien, als würde es in jeder Bar ein Gespräch zu geben, an dem die Gäste und der/die Barmann/frau beteiligt waren.


Tonkatsu: Japanisches Schnitzel. In dem Fall noch mit einem Ei. Die Portion war deutlich größer als ich erwartet hatte. Dafür, dass die japanische Küche so gesund sein soll, gab es überraschend viel frittiertes Essen.


Die berühmte Shibuya-Kreuzung. Ich würd sagen ein Drittel davon sind Touristen, die immer hin und her laufen :-).


Japan ist ja berühmt dafür, dass man alles von Automaten kaufen kann (man musste auch aufpassen, dass man nicht aus versehen ein heißes Getränk oder eine warme Suppe beim Getränkeautomaten auswählt). Ich hab allerdings gar nicht so viel ungewöhnliche Automaten gesehen. Ziemlich praktisch sind die Automaten, die vor manchen Restaurants stehen. Dort wählt man Essen und Trinken aus, bezahlt dafür und gibt drinnen nur noch den Beleg ab.


Das öffentliche Bahnnetz ist anfangs sehr unübersichtlich und es ist schwer sich zurecht zu finden. Auf dem Foto kann man schon 5 verschiedene Arten von Fahrkartenautomaten sehen (rechts davon war noch ein weiterer). Es gibt im Nah- und Fernverkehr aber jeweils eine private und eine staatliche Bahngesellschaft und so gibt es an vielen Stationen auf unterschiedlichen Etagen die Automaten für die jeweilige Gesellschaft (oft geht’s auch richtig tief runter: 5-6 Rolltreppen nach unten vom Straßenniveau). So passiert es zum Beispiel, dass man bei einem Automaten für die Private ein Ticket kauft (oft kann man sein Ziel mit beiden erreichen, aber eine ist viel umständlicher) und kommt dann nicht durch die Fahrkartenkontrolle der Staatlichen mit der man eigentlich fahren wollte. Praktischerweise (eigentlich auch überraschend) gibt es an allen Stationen auch Personal, was bei Problemen helfen kann und in dem Fall kurzerhand das Geld für das falsche Ticket erstattet. Es gibt auch Tickets mit denen man beide Bahnen benutzen kann – wenn man dann weiß wie man sie kauft. Im Großen und Ganzen funktioniert es aber sehr gut.


Sehr überraschend war wie viele Menschen in Japan in Uniformen oder quasi in Uniform herumlaufen. Schüler, Studenten, Taxifahrer, Bahnpersonal und viele andere Berufsgruppen tragen klar erkennbare Uniformen aber auch Büroangestellte. Die Frau auf dem Bild mit dem Regenschirm im Arm trägt die Uniform für weibliche Büroangestellte: weißes Hemd, schwarzen Rock und Jackett, schwarze Schuhe und beige Jacke. Männer tragen einen dunklen Anzug mit Krawatte wobei die Farben etwas variieren dürfen. Die Kleidung der Frauen ist fast genau gleich.
Es ist ein bisschen seltsam, wenn abends nach Feierabend hunderte identisch gekleidete Frauen durch die Straßen laufen.


Taxis sehen ziemlich altmodisch aus und die Fahrer tragen entweder Uniform oder einen Anzug.

Von Tokio aus sind wir überall mit den Shinkansen-Schnellzügen gefahren (nicht so viel anders als ICE-Züge aber sehen lustiger aus). Besonders praktisch war, dass für die meisten Strecken alle 15 oder 30 Minuten ein Zug kommt.


Das zerstörte Gebäude im Zentrum von Hiroshima, was so stehen gelassen wurde um an den Atombombenabwurf zu erinnern. Bevor Hiroshima auf unserer Reiseroute war habe ich nie groß darüber nachgedacht, ob die Stadt immer noch radioaktiv verseucht ist oder schon genug Zeit vergangen ist. Dadurch, dass die Bombe in der Luft explodiert ist, wurde der Boden nicht so schlimm verseucht und die Strahlenbelastung ist nicht höher als an anderen Orten auf der Welt.


Unweit von dem Denkmal befindet sich ein schöner Park mit vielen Schildkröten und Fischen.
Fast überall in Hiroshima hat man das Gefühl in einer ganz normalen Stadt zu sein. Im Zentrum gibt es eine Reihe von Denkmälern und ein Museum, die an die besondere Vergangenheit erinnern. Das Ausmaß der Zerstörung und Vernichtung kann man an der heutigen Stadt nicht mehr erkennen. Besonders ergreifend fand ich die Bekenntnisse auf Gedenktafeln und Denkmälern, dass so etwas Schreckliches nie wieder passieren darf. Speziell in Hinblick auf den derzeitigen US Präsidenten der so leichtfertig über den Gebrauch von Atomwaffen spricht.


Nach dem Krieg wieder hergestellte Burg in Hiroshima.


Es war sehr überraschend für mich wie viele Fahrradfahrer es in Japan gab. Und auch in Außenbezirken gab es viele Fußgänger und die Autofahrer sind erstaunlich vorsichtig gefahren (verglichen mit Singapur, Thailand, etc.). Das war das erste Mal, dass ich Parkgebühren für ein Fahrrad bezahlt habe.


Abschließbare Regenschirmhalter.


Bedienung für die japanischen High-Tech Toiletten. Besonders praktisch die Knöpfe um Deckel und Sitz auf- und zu zumachen. Bei manchen ging der Deckel auch von alleine hoch, wenn man sich genähert hat. Und so ein beheizter Sitz ist wirklich angenehm :-).


Neben Katzen-Cafés gibt es in Tokio jede Menge ungewöhnlicher Orte: Maid-Cafés, Roboter- und Gefängnis-Restaurants und viel mehr.


Naheliegend: In Japan als Supermario verkleidet mit einem Gokart durch die Gegend fahren.


Der Sanjusangen-do Tempel in Kyoto, der eine Buddha-Statue und 1000 weitere lebensgroße Statuen beherbergt.


Darf natürlich nicht fehlen: Kirschblüten.


Endlich mal wieder warm angezogen sein ;-).

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Wie sich die Perspektive verändert

Als ich letzten Sommer wieder in Berlin war, gab es ein paar Kleinigkeiten über die ich mich sehr gefreut habe. Zum Beispiel war es eine schöne Abwechslung mal wieder kuschelige Pullis und warme Socken anziehen zu können. Kalte Füße zu bekommen habe ich dagegen überhaupt nicht vermisst. Wegen der Temperatur muss man in den Tropen nie den Wetterbericht anschauen. T-Shirt und kurze Hosen gehen das ganze Jahr lang. Wichtiger ist, ob man sich längere Zeit in einem klimatisierten Raum wie einem Restaurant oder Kino aufhalten wird, weil dann braucht man manchmal was zum Überziehen.

Im Sommer bin ich viel mit dem Fahrrad herum gefahren und als es mal steil bergab ging, hatte ich richtig Angst vom Rad zu fallen. Ich hatte mich so ans Rollerfahren gewöhnt, wo man etwas niedriger (und stabiler) sitzt. Außerdem hab ich die ganze Zeit versucht in den Rückspiegel zu schauen.

Besonders erleichternd war, dass ich mich nicht mehr zwei mal täglich mit giftiger Mückencreme einreiben musste. DEET-haltige Creme ist sehr unangenehm, da man 1 bis 2 Stunden aufpassen muss, sich nicht in die Augen oder an die Nase zu fassen (brennt sonst) oder mit den Händen zu essen. Zum Glück brauchen wir das in Singapur viel seltener.

Es macht auch einen Riesenunterschied in der Lebensqualität, wenn man Fuß- und Radwege hat, die den Namen verdienen. Oder sogar Auto-freie Anlagen wie z.B. den Park am Gleisdreieck.
Mir ist es etwas schwerer gefallen mich wieder an den Rechtsverkehr zu gewöhnen als andersherum. Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass es einfacher ist sich auf Bali zu orientieren, da überall so viel los ist. Dort würde sich auch niemand beschweren, wenn man eine zeit lang auf der falschen Seite fährt.

Wirklich gefreut hab ich mich auch, dass es Abends so lange hell ist! Auf Bali wurde es das ganze Jahr lang schlagartig um 7 Uhr dunkel, was lange, dunkle Abende bedeutet. Ich glaube, dass ich mehr Energie habe, wenn es länger hell ist.

Ganz praktisch war, dass die Wohnungen in Berlin nicht so voll mit Ameisen waren, wie unser Haus auf Bali. Wenn ich dort meine Teetasse oder etwas Süßes zu lange (wenige Stunden) habe stehen lassen, führte bald eine Ameisenstraße dorthin.

Wenn ich in der Hitze von Singapur zu Fuß irgendwo hin laufe, vermisse ich manchmal den Roller, weil das schon sehr praktisch war.
Ich glaube, einer der Unterschiede von Singapur zu Bali, der mir am Besten gefällt, ist dass ich wieder Leitungswasser trinken kann.

Von Warteschlangen und dem Wesen der Asiaten

Wenn von Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Rede ist, spricht man gerne über deren Mentalität oder Temperament. Die Südländer sind so temperamentvoll, die Asiaten sehr schüchtern und so weiter. Ein Problem damit ist, dass es natürlich Ausnahmen gibt, ein Teil der Asiaten besitzen vermutlich ein ähnlich stürmisches Temperament wie ein durchschnittlicher Italiener.

Aber was dabei gar nicht berücksichtigt wird ist, wie situationsabhängig Verhalten ist. Das kann man am Besten mit ein paar Beispielen verdeutlichen. Verglichen mit Indonesien ist der Straßenverkehr in Singapur sehr zivilisiert. Verglichen mit Deutschland sind die Autofahrer aber keineswegs höflich und zurückhaltend, sondern sehr aggressiv und rücksichtslos. Wenig später stehen die gleichen Menschen ganz friedlich in der Schlange des Restaurants und warten geduldig auf einen Tisch.
In dem Moment, in dem sich die Türen der U-Bahn öffnen, gibt es immer ein paar, die hinein stürmen um einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern. Gleichzeitig bleiben
die Sitzplätze für Behinderte/Alte/Schwangere aber frei.

Während man gemeinhin sagt, dass man in Asien sehr vorsichtig mit Kritik umgehen und in einem Streit nicht laut werden soll, so ist es ganz normal, durch das ganze Lokal zu schreien, wenn man noch etwas bestellen will. In Deutschland würde man wohl kaum als zurückhaltend gelten, wenn man als Handwerker nach der Wohnungsmiete und dem Gehalt fragt oder wenn flüchtige Bekannte nach Gewicht und Alter fragen und sagen, dass man ganz schön dick ist. Auf der anderen Seite habe ich gehört, dass man in Singapur selbst mit guten Freunden nicht über Religion und Politik spricht, aus Angst den anderen vor den Kopf zu stoßen.
Es läßt sich auch schwer mit dem Bild der friedlichen, religiösen Balinesen vereinen, dass ertappte Diebe an Ort und Stelle von einem Mob zu Tode geprügelt werden.

Aber kommen wir noch mal auf das Schlange stehen zurück. In Indonesien gibt es Situationen, in denen es mit dem Anstehen ganz gut klappt. In der Regel bildet sich eine große Traube, wo man darum kämpfen muss, dass man irgendwann an der Reihe ist. Ganz anders in Singapur. Wenn es etwas gibt, was Singapurer gut können, dann Schlange stehen. Ordentliche Schlagen von geduldigen Singapurern sieht man eigentlich überall. Alle Restaurants und Imbisse besitzen Schilder, die anzeigen, wo die Schlange zu starten hat und das wird auch befolgt. Bei der Post trifft man auf die Markierungen für die verschiedenen Schlangen auf dem Boden, lange bevor man die Schalter sehen kann.

Ich habe das Gefühl, dass sie ein bisschen stolz darauf sind, wie hübsch die Schlangen sind, die sie bilden. Als ich mal ein Problem mit meiner SIM-Karte hatte, musste ich zum Singtel-Laden (das Pendant zur Telekom). Es war etwas voll und als die Lösung nicht funktionierte, ging ich zurück zum Schalter, wodurch es noch etwas unübersichtlicher wurde.
Eine der Angestellten sagte dann: „Who’s next?“ (Wer ist der nächste?)
Und fügte etwas genervt hinzu: „I have to ask because there is more than one queue.“ (Ich muss fragen, weil es mehr als eine Schlange gibt.)
Daraufhin war einer der Schlangestehenden so richtig beleidigt und schimpfte die nächsten Minuten, dass es doch klar wäre wo die Schlange sei, sie solle nur richtig hinkucken, es gäbe natürlich nur eine Schlange und so weiter.

Was gibt es für widersprüchliche Verhaltensweisen die ihr entdeckt habt? Oder in welchen Situationen sich Menschen ganz entgegen dem Klischee verhalten?

Ein Neujahr nach dem Anderen

Letzte Woche feierten wir unser erstes Silvester in Singapur. Dazu sind wir abends ins Zentrum zu Marina Bay gefahren, wo – vergleichbar mit dem Brandenburger Tor – die größte Party stattfand. Angeblich gab es eine Bühne mit Musik (und Programm?) von der wir aber nichts mitbekamen. Es gab nicht mal einen Countdown. Nach meiner Uhr began wenige Sekunden vor Mitternacht das offizielle Feuerwerk. Ganz nett. 8 Minuten später war alles vorbei und die Menschenmengen strömten nach Hause. Niemand hatte Feuerwerkskörper, es wurde kein Alkohol getrunken und auch nicht angestoßen. Etwas langweilig im Vergleich zu Berlin. Dafür sehr sicher.

Viel wichtiger als Silvester und das westliche Neujahr ist hier das chinesische Neujahr, was nächsten Monat stattfinden wird. So wie Thanksgiving in den USA die Weihnachtszeit einläutet, so wurde durch Silvester die Vor-Neujahrs-Zeit eingeläutet. In den Supermärkten erklingt nun Neujahrsmusik und Neujahrsschmuck, -gebäck und -kitsch füllen die Auslagen.

Am 08.02.2016 findet das chinesische Neujahr oder Mond-Neujahr statt (gibt auch einen Sonnenkalender). Der Tag ändert sich von Jahr zu Jahr, da das Neujahr auf den Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fällt.

Der chinesische Kalender ist ziemlich kompliziert und nicht überall wird eine Jahreszahl verwendet. Die Berechnung ist auch nicht einheitlich und so wird am 08.02 entweder das Jahr 2130, 4713 oder 4653 begrüßt.

Einige werden sich erinnern*, dass es auf Bali auch ein eigenes Neujahr gibt: Nyepi, den Tag der Stille. Dieses Jahr (auch mondabhängig) findet Nyepi am 09.03.2016 statt. In Bali beginnt dann das Jahr 1938.

Wieder einen Monat später wird in Thailand vom 13.4 bis zum 15.4.2016 das Jahr 2588 begrüßt. Songkran, das thailändische Neujahr, wird mit ausgiebigen Wasserschlachten gefeiert.

Der jüdische Kalender ist noch „weiter“ und zwar ist derzeit das Jahr 5776.
Das jüdische Neujahr, Rosch ha-Schana, wird vom 03.10 – 04.10.2016 zelebriert.

Wie alle islamischen Feiertage wandert auch das Datum des islamischen Neujahrs durchs Jahr. Das nächste Jahr, 1438, beginnt am 03.10.2016.

Es gibt natürlich noch viel mehr Kulturen, die ihre eigenen Neujahrsfeste haben. Die in anderen Ländern verbreiteten Kalendersysteme kommen mir ganz schön kompliziert vor. Alleine die Anzahl der in Indien verbreiteten Kalender ist erstaunlich. Da bin ich ganz froh über unseren langweiligen, gregorianischen Kalender.

Übrigens: Dafür, dass wir das Neujahr am 1. Januar feiern, gibt es zwei Erklärungen:
– Jahresbeginn und Amtsantritt der Konsuln des römischen Reiches
– der 8. Tag seit der Geburt von Jesus und damit der Tag seiner Beschneidung

* Nyepi ist der Tag, an dem niemand für 24 Stunden das Haus verlassen darf. Alles hat
zu, sogar der Flughafen. Außerdem darf man nicht fernsehen, kein Licht anmachen, nicht kochen, keinen Lärm machen und dergleichen mehr. Und das wird auch wirklich durchgesetzt: Als wir beim Abendessen noch das Licht
anhatten, kam jemand und sagte wir sollen es ausschalten.

Fotos vom Urlaub auf Taiwan

Chiang Kai-shek Memorial

Taipei 101, ehemals höchstes Gebäude der Welt mit 508 Metern.

Typisches Straßenbild in Taipei.

Mein Lieblingsessen in Taiwan: Man sucht sich ein paar Zutaten aus, …

die dann in einer leckeren Brühe kurz gekocht werden.

Bubbletea!

In vielen Teilen Asiens steht Altes und Neues dicht nebeneinander.

Anzeige wie voll es auf der Damentoilette ist.

Englisch in Asien ist oft sehr lustig: Playboy-Tasche und eine Jacke mit „Godfather“ Aufschrift.

Ganz selbstverständlich: Hakenkreuz als Symbol für einen Tempel.

Ein Tempel.

Eingang zu einem Nachtmarkt. Voll mit kleinen Läden und Essensständen.

Grillen mit dem Flammenwerfer

Ich versteh nur Bahnhof.

Einladend aussehendes Mietshaus.

Belgische/Holländische Waffel mit Apfelmus und Zimt.

Asiatische Hipster mit Wollmützen und Birkenstock. Das war während ich eine halbe Stunde auf einem Platz im berühmten Din Tai Fung (Dumplings) gewartet habe.

Kaffees und Antiquitäten in der hippen Gegend nahe des Daan-Park.

Der Dschungel in der Stadt.

Urlaub auf Flores

Letzten Oktober gab es wieder eine Woche Schulferien. Eine gute Gelegenheit ein kleines bisschen mehr von Indonesien kennenzulernen. Wenn man Indonesien richtig kennenlernen will, hat man viel zu tun. Es braucht wahrscheinlich Jahre (außer als Vollzeit-Reisender) um zumindest auf jeder der acht Hauptinseln(gruppen) einmal gewesen zu sein. Und selbst dann hat man wahrscheinlich nur an der Oberfläche gekratzt. Dadurch, dass Indonesien aus so vielen Inseln besteht und viele auch sehr bergig sind, gibt es eine unglaubliche Fülle von unterschiedlichen Kulturen und Sprachen in Indonesien. Flores – wohin wir dieses Mal geflogen sind – ist eine relativ kleine, lang gezogene Insel, die sich maximal über 400 km ausdehnt. Und dennoch gibt es bereits fünf verschiedene ethnische Gruppen mit eigenen Sprachen: die Manggarai, Ngada, Ende, Sikkanesen und Lamaholot.

Flores liegt ein paar Inseln weiter östlich als Bali. Die Bevölkerung ist überwiegend katholisch, vermutlich war es mal portugiesische Kolonie so wie Timor, was sich ganz in der Nähe befindet. Flores ist viel weniger entwickelt als Bali, was sehr interessant war. Generell kann man wahrscheinlich sagen, dass es in Indonesien ein West-Ost Gefälle gibt, wobei der Westen am Bevölkerungsreichsten und am Weitesten entwickelt ist. Aber Flores besitzt zwei oder drei Touristenattraktionen, die auch für uns der Grund waren Flores zu besuchen: Die vorgelagerten Inseln Komodo und Rinca mit den einzigartigen Komododrachen, den Vulkan Kelimutu mit seinen farbigen Vulkanseen und das selbst für indonesische Standards (was Tauchen angeht ist Indonesien top) sehr gute Tauchen.

Zwischen Bali und Lombok verläuft die sogenannte Wallace-Linie. Westlich dieser Linie findet man fast nur asiatische Flora und Fauna und östlich davon hauptsächlich australische. Für den Laien ist diese Grenze nicht so leicht zu erkennen. Alleine dadurch dass Flores sehr trocken ist sieht die Vegetation schon ganz anders aus. Was aber sehr auffällt ist, dass die Menschen viel weniger asiatisch aussehen, sondern mehr wie Aborigines mit dunklerer Haut und krausen Haaren.

Verglichen mit dem satten Grün der Reisfelder auf Bali ist Flores eine staubige, heiße Steppe. Auf Flores sieht man überall Regenrinnen und große Wassertanks um möglichst viel von dem wenigen Wasser aufzufangen und zu sammeln. Auf Bali verschwendet niemand darauf auch nur einen Gedanken (dabei sinkt der Grundwasserspiegel durch die vielen neuen Villen und Hotels stetig).

Gleich bei unserem ersten Spaziergang durch Labuan Bajo, einer kleinen aber schnell wachsenden Hafenstadt im Westen Flores, fällt auf, dass es hier öffentlichen Nahverkehr gibt. Ständig sieht man Sammeltaxis, die in einer großen Runde durch die Stadt fahren. In Bali gibt es zwar Sammeltaxis und richtige Busse aber sie scheinen überhaupt keine Rolle zu spielen. Ich kenne niemand, der schon mal ein Sammeltaxi oder einen Bus benutzt hat. In Canggu, wo wir wohnen, fahren keine Busse und es passiert nur ganz ganz selten, dass ich mal ein Auto sehe, dass wie ein Sammeltaxi aussieht. Vermutlich gab es auf Bali früher auch Sammeltaxis aber dadurch, dass die meisten Einheimischen inzwischen wohlhabend genug sind, dass sie sich Motorräder leisten können und dadurch nicht mehr auf Sammeltaxis angewiesen sind, sank die Nachfrage und die Sammeltaxis wurden eingestellt. Im verstopften Süden Balis steigt so langsam das Bedürfnis nach Bussen um die Anzahl der Fahrzeuge wieder zu reduzieren.
Dagegen gab es auf Flores viel weniger Motorräder auf den Straßen und auch viel weniger neue und teure Modelle.

In manchen Städten sind die Sammeltaxis die ältesten Schrott-Autos die man sich vorstellen kann. Ganz im Gegenteil auf Flores: bunt beklebte, bemalte und neue Kleinbusse sind dort im Einsatz. Mit Heckspoilern, dekorierten Felgen, bunten Spiegeln und Scheibenwischern. Und das allerwichtigste natürlich: die Stereoanlage. Unter den Sitzbänken waren riesige Lautsprecher und Subwoofer befestigt, die bis zum Maximum aufgedreht wurden. Die Meisten hörte man bevor man sie sah.

Bei unserer ersten Busfahrt wusste ich sofort, als der Busfahrer die Musik bis zum Anschlag aufdrehte, dass es jetzt los geht. Aus den übersteuerten Lautsprechern über mir kam der Gesang und irgendwo von hinten die wummernden Bässe. Es wechselten sich indonesische Liebesschnulzen mit regionalen Flores-Techno ab. Nach ein paar Minuten hatte ich genug und steckte mir die Ohrstöpsel rein, die wir zum Glück dabei hatten. Auf der Rückfahrt hatten wir dann das Glück direkt über den Subwoofern zu sitzen.

Ansonsten war es eine typische Busfahrt: die Türen waren immer offen, der Boden war voll mit Gepäck und Einkäufen, unter den Sitzen gackerten ein paar Hühner, es wurde geraucht und der Typ, der zusätzliches Gepäck auf dem Dach verstaute, verschwand während der Fahrt mal und kletterte auf’s Dach.

Auf dem Land waren die meisten Häuser aus Bambus. Wellblech für die Dächer und vermutlich fest gestampfte Erde als Boden. Ich habe auf Flores keine einzige Gasflasche gesehen. Dafür aber jede Menge Feuerholz. Selbst in einem der Restaurants wurde über einem Feuer gekocht. Oft gab es auch ein Bambushaus, was oben ganz schwarz und rußig war. Wahrscheinlich die „Küche“.

Selbst in Labuan Bajo, was zwar nicht die Hauptstadt von Flores ist aber die meisten Touristen abbekommt, ist es weniger touristisch als die meisten Orte auf Bali. Man merkt das sofort an der Bevölkerung: die Menschen sind viel freundlicher, weniger gelangweilt, wir werden oft einfach so auf der Straße gegrüßt und es gibt mehr neugierige Blicke. Ein paar Expats aus Labuan Bajo, mit denen wir uns unterhalten, erzählen uns, dass die Menschen sehr freundlich seien und das Diebstahl im Gegensatz zu Bali kein Problem sei. Und dass, obwohl die Stadt alles andere als unentdeckt ist. Es gibt ungefähr 10 verschiedene Tauchboote die jeden Tag raus fahren, sehr viele Restaurants für Touristen und zahllose „Reisebüros“ die Transport und Touren verkaufen.

In einer abgelegeneren Gegend zu sein hat auch einige Nachteile. Es gibt weniger Importiertes und die meisten Hotels und Restaurants sind nicht besonders gut. Komischerweise bedeutet in Indonesien weiter abgelegen meist nicht günstiger. Eher im Gegenteil, der Standard der Unterkünfte sinkt und die Preise steigen. Entweder ist die Konkurrenz nicht groß genug oder die Preisabsprachen funktionieren zu gut. Die überhöhten Preise waren ziemlich nervig in Flores. Einen Roller zu mieten war doppelt so teuer wie auf Bali. Die Touren die von unserem Hotel vermittelt wurden, waren selbst nach dem Handeln noch viel zu teuer. So war dann unsere Bootsfahrt vom Hotel mit Stopp bei der Komodo Insel und Schnorcheln teurer als das Flaschentauchen, was wir am nächsten Tag gemacht haben.

Mein Eindruck war, dass Flores viel dreckiger und lauter als Bali ist. Die anderen Expats auf Bali konnten sich das kaum vorstellen, da Bali nicht gerade für seine Sauberkeit und Ruhe bekannt ist. Wenn man in Bali essen geht, sitzt man meist draußen nur wenige Meter von der Straße entfernt. Man gewöhnt sich schnell daran, kurz in der Unterhaltung inne zuhalten, wenn wieder ein extra laut getuntes Motorrad vorbei knattert (Auspuff auf Indonesisch ist übrigens Knallpot). In Moni, einem kleinen Dorf auf Flores in der Nähe von dem Kelimutu-Vulkan, sind die Autos hupend durchgefahren, damit alle Platz machen. Eines Morgens um 5 Uhr hat ein ein Sammeltaxi mit lautem Flores-Techno direkt vor unserem Guesthouse für 10 Minuten angehalten.

Vor unserem Rückflug nach Bali haben wir noch etwas Zeit in Ende verbracht. Im Gegensatz zu Moni, was durch die Nähe zum Kelimutu-Vulkan schon durch den Tourismus versaut ist, hat es wieder unglaublich viel Spaß gemacht durch Ende zu laufen. Die Menschen waren so freundlich und haben sich über jedes Wort Indonesisch total gefreut. Auch wenn wir uns Touristenpreise für Getränke und Lebensmittel leisten können, so ist es einfach netter normale Preise zu bekommen. Wir sind auch durch einen tollen, bunten Markt gelaufen, wo ich mich gar nicht getraut habe Fotos zu machen bzw. ich wusste auch nicht, wo ich überhaupt anfangen sollte.

Fischmarkt von Labuan Bajo.

Sehr populär auf Flores ist das Betelnusskauen. Das habe ich auf Bali nie gesehen. Interessanterweise machen das nur Frauen.
In Moni waren wir zu einer Hochzeit eingeladen, bei der ich eine Gruppe älterer Frauen beobachtete, wie sie nach dem Essen – vergleichbar zu Jugendlichen die einen Joint bauen – ihre Betelnüsse, Blätter und Pulver heraus geholt und es zubereitet haben.

Betelnussstand in Ende.

Schon so ein langer Artikel und ich hab fast nichts geschrieben, womit wir die Zeit verbracht haben. Dazu ein andermal mehr.

Urlaub in Berlin 2015

Vier Wochen Urlaub in Berlin gehen heute zuende. Es war eine wunderschöne Zeit. Vier Wochen prall gefüllt mit Treffen mit Familie und Freunden. Es war schön soviele von euch wieder zu sehen, zusammen zu essen, sich zu unterhalten, tanzen zu gehen und all die anderen Dinge. Es war auch toll wieder in Berlin unterwegs zu sein und bekannte Orte wieder zu sehen und neue zu entdecken.
Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen nächstes Jahr!

Morgen fängt unser neues Abenteuer so richtig an. Gleich am Anfang stehen Wohnungssuche, Vorstellungsgespräche, Jobsuche, sich in der Stadt zurecht finden, Freunde finden und all die Probleme, von denen wir jetzt noch gar nichts wissen. Ich bin gespannt.

Mein alter Kiez am Südkreuz in Tempelhof.


Abendessen im Garten mit Brot und Bier und KÄSE :-).

Mehr deutsches Essen: Kassler, Sauerkraut und Kartoffeln.

Picknick auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof.

Schön mal wieder über die Landebahn zu fahren.

Kreatives Guerilla-Gardening auf dem Flughafen.

Tanzen an der Spree.

Seit langem mal wieder die Mauerparkkaraoke besucht. Gab wirklich viele gute Sänger und Sängerinnen.

Kultur auftanken in der Lesebühne. Damit das ganze nicht zu trocken ist, wird es mit Bier und Musik aufgelockert.

Gepflegt betrinken mit belgischen Bieren.

Noch mehr Open-Air Tanzen. Diesmal am Monbijou-Park.

Mehr deutsches Essen: Bratkartoffeln mit Würstchen und Senf :-).