Linktipps

Indonesien will damit aufhören Maids in andere Länder zu exportieren, was in Singapur natürlich nicht gern gesehen wird.

Vor einigen Wochen ging es groß durch die Medien in Singapur, dass die verschiedenen Busgesellschaften die Gehälter für die Busfahrer erhöhen. So verdienen Singapurische Busfahrer nun zwischen ~2000 S$ und 3500 S$ (abgesehen von Überstunden ist mir bisschen unklar warum Busfahrer ein variables Gehalt haben).
Nicht geändert hat sich aber, dass Busfahrer nach ihrer Nationalität bezahlt werden. Malayen bekommen weniger als Einheimische und Chinesen am Wenigsten (ca. 1400 S$ in 2012). Als vor ein paar Jahren chinesische Busfahrer dagegen – verbotenerweise – auf die Straße gegangen sind, wurden sie erst ins Gefängnis gesteckt und dann abgeschoben.

Konservative Organisationen und Medien sind immer gut darin sich angsteinflössende aber falsche Behauptungen auszudenken. In Indonesien wird LGBT mit dem folgenden in Verbindung gebracht:

terrorism, connecting it with drugs and arguing that it weakens national masculinity, destroys morality, is contrary to the idea of the nation [..], promotes seks bebas (‘free sex’), exacerbates the HIV/AIDS epidemic and is connected to the sexual abuse of children

Um Ordnung und Moral wiederherzustellen wurden unter anderem Smilies in einer Chat-App verboten, auf denen zwei Frauen bzw. zwei Männer abgebildet waren.

Schlimmer als LGBT scheinen in Indonesien nur Atheisten zu sein.

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Meinungsfreiheit und Zensur in Singapur

Ein spannendes Puzzleteil in dem komplexen Gebilde, das ein Land darstellt, ist die Meinungsfreiheit und die Zensur. Natürlich gibt es auch in Deutschland Grenzen der Meinungsfreiheit und Medienerzeugnisse, die verboten sind. Interessant ist aber welche Themen betroffen sind und wo die Grenze gezogen wird.

Bei den Reportern ohne Grenzen landet Singapur auf Platz 154 von 180 und damit hinter der Türkei, die auf Platz 151 ist. Deutschland ist immerhin auf Platz 16.

In Singapur werden Filme komplett verboten wenn:

the content of the film undermines national interest or erodes the moral fabric of society. [..] denigrate any race or religion, or undermine national interest, language that denigrates religion or is religiously profane, real sexual activities [..], explicit promotion and normalisation of homosexual lifestyle, [..] encouraging drug and substance abuse and [..] extreme violence or cruelty.

Also wenn sie gegen nationale Interessen oder gesellschaftsgefährdend sind, sich negativ über Rassen oder Religionen äußern oder Pornographie, Homosexualität, Drogen und extreme Gewalt enthalten.

Als Grund wird genannt:

censorship of political, racial and religious issues to a certain extent is necessary to avoid upsetting the delicate balance of Singapore’s multi-racial society

Das klingt ein bisschen als würde der Staat seine Bürger beschützen, damit sie nicht mit anderen Meinungen oder der bösen Welt in Berührung kommen (einige Singapurer sagen auch, dass der Staat sie wie kleine Kinder behandelt). Fairerweise muss man sagen, dass es Ende der sechziger Jahre in Singapur rassistische motivierte Unruhen gab.
Probleme zu ignorieren und Kritik nicht zu äußern gehört in einigen asiatischen Ländern auch zur Mentalität (Gesicht wahren etc).

Politische Filme sind generell nicht erlaubt und müssen explizit genehmigt werden.


Dieser harmlose Werbespot, der sich über die Regierungspartei lustig macht, fällt in diese Kategorie – die Media Development Authority (MDA) / Zensurbehörde hat aber ein Auge zugedrückt.
Singapore Rebel, ein Dokumentarfilm über den Vorsitzenden der Oppositionspartei SDP, war für 5 Jahre verboten.


Dieses Musikvideo von Jolin Tsai aus Taiwan, was die Benachteiligung bzw. Probleme durch die Nicht-Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften thematisiert darf nicht im Fernsehen und Radio in Singapur gespielt werden, da Homosexualität in Singapur nicht akzeptiert ist. Selbst Katy Perry mit „I kissed a girl“ ist nicht erlaubt.

Blogger oder Youtuber werden regelmäßig in Singapur zu hohen Geld- oder Gefängnisstrafen verurteilt, z.B. wenn sie die Regierung kritisieren oder Missstände thematisieren.
Sobald Journalisten oder Oppositionspolitiker auch nur die Vermutung äußern, dass Regierungsmitglieder bestechlich wären oder Geld veruntreut hätten, werden diese sofort in Grund und Boden geklagt und typischerweise zu Entschädigungszahlungen zwischen 1.000 und 30.000 $ verurteilt. Der Politiker Chee Soon Juan wurde wiederholt verklagt und in einem Fall zu 500.000 $S Dollar.
In der Berichterstattung zu solchen Fällen findet sich nie ein Hinweis, ob überhaupt der Frage nachgegangen wurde, ob diese Vermutungen vielleicht gerechtfertigt sind.

Der 16 jährige Amos Yee landete wegen eines Youtube Videos, in dem er den ehemaligen Präsidenten Lee Kuan Yew kritisierte, für 55 Tage in Untersuchungshaft. Das Video ist zwar etwas vulgär aber es enthält durchaus valide Kritik z.B. dass Singapur auch eine hohe Armutsrate, einen der höchsten Gini-Koeffizienten (Maß für soziale Ungleichheit) und die höchsten Politikergehälter weltweit besitzt.

Madonna musste 2016 einige Lieder wegen Gotteslästerung von ihrem Konzert streichen um die Erlaubnis zu bekommen in Singapur auftreten zu dürfen.

Mehr unter:
http://singaporerebel.blogspot.sg/
https://en.wikipedia.org/wiki/Censorship_in_Singapore
https://en.wikipedia.org/wiki/Media_censorship_in_Singapore

Linktipps Indonesien und Singapur

Eine kurze Dokumentation über Hausmädchen in Singapur.
Besonders treffend finde ich folgenden Teil eines Interviews mit einer Frau die in einer Hausmädchen-Vermittlung arbeitet:

Interviewer: In a country, where law-abidingness is such a virtue as in Singapore, not having a law for a system that is so essentially part of the whole lifestyle, is very … strange.

Agency worker: Yes, because „domestic helper“ is not covered … in our labour law.

Why Indonesia is the best
Sacha hat ein neues Video über die Vorteile als Ausländer in Indonesien gemacht. Es ist überraschend wie einfach man ihren Respekt gewinnen kann :-).
Und auch das mit den niedrigen Erwartungen stimmt – irgendwann ist man so weit, dass man sich freut, wenn irgendwann jemand kommt und das Problem löst egal auf welche Weise.

Shit Kiasu Singaporeans Say
Kiasu bedeutet soviel wie die Angst davor etwas zu verpassen. In Singapur ist das vor allem die Jagd nach Rabatten und Sonderangeboten. Wenn man was umsonst bekommen kann, dann ist das natürlich noch besser.

Indomart cooking
Noch ein Video von Sacha. Bisschen länger und teilweise nur in indonesisch aber total komisch für alle, die mal dort gelebt haben. In den Mini-Märkten wie dem Indomart gibt es nichts brauchbares um zu Kochen. In dem Video veranstalten sie einen Kochwettbewerb fast ausschliesslich mit Zutaten vom Indomart. Am Ende muss ihr Gärtner oder Hausmeister es essen und bewerten :-).

Dangdut-Musik aus Indonesien

Dangdut ist der populärste Musikstil in Indonesien. Sehr beliebt ist natürlich auch westliche Pop-Musik oder Musik, die genauso klingt aber bei der auf Indonesisch gesungen wird. Dangdut jedoch ist die einzige moderne Musik, die ich kenne, mit einem indonesischen Einschlag. Ich höre es ganz gerne, da es rhytmisch ist und mir der Klang der Tabla-Trommeln und die Melodien gefallen.

Interessant an der Dangdut-Musik ist aber, dass man daran sehr schön sehen kann wie unterschiedlich und voller (scheinbarer) Widersprüche dieses Land ist. Konservative kritisieren, dass manche Sängerinnen zu freizügig gekleidet sind und zu erotisch tanzen (die Folge: Verfall der Werte, sexuelle Übergriffe, Untergang des Landes – ganz klar). Bei Arte gibt es eine kurze Dokumentation zu dieser Diskussion.

In der Dokumentation ist eigentlich überraschend, dass die Sängerin Inul Daratista soviel öffentlichen Druck erfährt und sich für ihre Auftritte entschuldigen muss, obwohl sie verglichen mit anderen Sängerinnen in Indonesien eher harmlos ist. In Deutschland würde sich wahrscheinlich niemand über sie beschweren.

Es gibt aber auch Live-Auftritte, die ich etwas befremdlich finde, da sie mehr an Strip-Shows erinnern als an Musikkonzerte (besonders, wenn Männer auf die Bühne kommen und Geldscheine gegen Extra-Aufmerksamkeit tauschen so wie hier).

Es mag erstmal verwundern, wie diese Art zu tanzen zu einem muslimischen Land passt. Aber die meisten Indonesier, die wir kennen gelernt haben, waren sehr liberal und offen. Ich würde auch behaupten, dass das auf die Mehrheit der Bevölkerung zutrifft. Ganz grob trägt nur die Hälfte der Frauen überhaupt ein Kopftuch. Auf der einen Seite kennen wir muslimische Frauen, die rauchen, Alkohol trinken und Schweinefleisch essen und andererseits auch welche, die fünfmal am Tag beten und in ihrem ganzen Leben noch keinen Tropfen Alkohol getrunken haben. Und dann gibt es auch noch die Fanatiker in Aceh, die die Scharia eingeführt haben.

Noch ein Anlass für Kritik sind die Texte im Dangdut zu sein (die ich zum Glück nicht verstehe), wie Sacha Stevenson sehr schön verdeutlicht. Cita Citata, von der das Orginal stammt, ist extrem populär in Indonesien. In dem Lied Parawan atau Janda übersetzt „Jungfrau oder Witwe“ fragt sie „Welche willst du? Die Jungfrau oder die Witwe?“ und besingt vier Minuten lang die Vor- und Nachteile dieser „Arten“ von Frauen. Die Weltanschauung dahinter kann man wohl bestensfalls als altmodisch bezeichnen.

Hausmädchen in Singapur

Dienstboten oder Hausmädchen sind in Deutschland ein Relikt aus der Vergangenheit. Manchmal trifft man auf sie in alten Büchern oder findet einen Dienstboteneingang in einer Berliner-Altbauwohnung vor. Am Ähnlichsten zum Hausmädchen ist noch das Au-pair, bei dem Jugendliche im Ausland bei einer anderen Familie leben und bei der Kinderbetreuung helfen um dort eine andere Sprache und Kultur kennenzulernen.
Dagegen sind in Singapur Hausmädchen so beliebt und verbreitet wie in Europa vor 100 Jahren. Leider unter vergleichbar schlechten Bedingungen wie damals.

Hausmädchen (engl. Maids) oder Foreign Domestic Worker – wie sie offiziell in Singapur heißen – sind weit verbreitet und sehr sichtbar im Alltag. Laut einem Zeitungsartikel arbeiten rund 230.000 Hausmädchen in Singapur. Eine realistische Schätzung ist wahrscheinlich, dass 10% aller Haushalte ein Hausmädchen anstellen (bei den 1,2 Millionen Haushalten von SingStat fehlen vermutlich die Expat-Haushalte). Nach Claires Einschätzung hat jedes Kind von ihrer Schule ein Hausmädchen in der Familie.
Man kann sie meistens daran erkennen, wenn die in der Regel dunkelhäutigen Frauen, mit den Hunden Gassi gehen, die Autos waschen, schwer beladen vom Einkaufen zurückkommen oder die Kinder von der Schule abholen.

Die Vermittlungs-Agenturen

Ich bin zum ersten Mal auf das Thema aufmerksam geworden, als ich durch ein Einkaufszentrum in der Nähe von Claires Schule ging, das voller Agenturen für Hausmädchen war. Es gab bestimmt 10 der 15 solcher Agenturen, von denen die meisten auf ein Herkunftsland spezialisiert waren: „Indonesian Maids“, „Myanmar Maids“, „Philippines“, „Best Maids from Malaysia“. Die Läden erinnerten an Reisebüros aber es gab noch eine Reihe von Stühlen, auf denen Frauen mit identischen T-Shirts saßen und warteten. Es war ein ziemlich komisches Gefühl durch diese Mall zu laufen. Als kann man sich dort, wie in einem Bordell, eine Frau aussuchen. Oder wie Sklaven, die auf ihren neuen Besitzer warten.

Bei den Agenturen kann man sich Hausmädchen nach Nationalität, Alter, Religion, Familienstand, Fähigkeiten und mehr aussuchen. Zu den wichtigsten Fähigkeiten gehören: Kinderbetreuung, Kochen, Haushalt und Altenpflege. Viele Frauen arbeiten schon lange als Hausmädchen und waren auch in Ländern wie Saudi Arabien, Dubai oder Malaysia tätig. Viele sind auch verheiratet und haben selbst Kinder in ihrer Heimat. Das muss schwer sein, wenn man die eigenen Kinder zurück lässt, um in einem anderen Land für fremde Kinder zu sorgen.

Die Arbeitsbedingungen in der Theorie

Als Hausmädchen verdient man normalerweise zwischen 400 und 700 Singapur Dollar im Monat (260 bis 450 Euro). Sie haben Anspruch auf einen Schlafplatz in der Wohnung ihres Arbeitgebers und drei Mahlzeiten am Tag. Zusätzlich bezahlt der Arbeitgeber für eine Krankenversicherung und alle anfallenden Arztrechnungen. Sie müssen sechs Tage pro Woche arbeiten und haben einen Tag frei. Laut Gesetz müssen sie ihren Arbeitgebern für 16 Stunden täglich zur Verfügung stehen, z.B. von 6 Uhr morgens bis 10 Uhr nachts.

Für Hausmädchen und Arbeitgeber gelten strenge Regeln. Als Hausmädchen bekommt man ein spezielles Visum, dafür muss man weiblich sein, zwischen 23 und 50 Jahre alt und aus bestimmten Ländern kommen wie z.B. Philippinen, Thailand, Indonesien, Malaysia. Wer als Hausmädchen schwanger wird oder an einer Geschlechtskrankheit erkrankt, wird sofort abgeschoben.

Es gibt noch viele sehr detaillierte Beschreibungen, z.B. dass man ihr mindestens eine Matratze, ein Kissen und eine Decke zur Verfügung stellen muss. Oder dass ihr Zimmer von Regen, Sonne und Wind geschützt sein muss (Balkon geht wohl nicht). Ich konnte nichts darüber finden, ob die Bombshelter (wie ein dunkler, begehbarer Wandschrank) mit ihren ca. 2 mal 2 Meter als Zimmer für ein Hausmädchen erlaubt oder verboten sind aber es ist wohl üblich, das sie im Bombshelter schlafen.

Wenn man zum Ersten mal ein Hausmädchen einstellen will, muss man sogar Kurse besuchen um über die Rechte und Pflichten informiert zu werden (nicht ganz verkehrt bei soviel Gesetzen). Es gibt aber auch Dokumente in denen erklärt wird, dass die Hausmädchen ihre Aufgaben besser erfüllen können, wenn man ihnen ausreichend zu essen gibt oder dass sie länger bei ihrem Arbeitgeber bleiben würden, wenn man sie mit Respekt behandelt.

Die traurige Realität

Die Bedingungen unter denen viele Hausmädchen leben und arbeiten sind unmenschlich. Es gibt Fälle, in denen die Frauen von ihren Arbeitgebern verprügelt, zu Tode gehungert und ständig beschimpft und schikaniert werden. Dagegen sind die Fälle, in denen ihnen der wöchentliche Ruhetag verwehrt wird, noch harmlos. Einige Arbeitgeber installieren sogar Überwachungskameras in der eigenen Wohnung um die Hausmädchen damit zu überwachen und nehmen ihnen Telefon und Pass weg. Dadurch, dass die Arbeitgeber die Hausmädchen jederzeit ohne besondere Gründe feuern können (was in den meisten Fällen wohl die Abschiebung bedeutet), ertragen viele die schlechte Behandlung und trauen sich auch nicht anderweitig Unterstützung zu suchen.

Einem Hausmädchen aus den Philippinen wurde das Telefon weggenommen, jeglicher Kontakt zu ihrer Familie und anderen Menschen untersagt, ihr Gehalt einbehalten und sie auf 29 kg ausgehungert (dreimal täglich Instantnudeln mit etwas Toast).

Eine andere wurde von ihren Arbeitgebern geschlagen, wenn sie Fehler machte oder als sie angeblich Essen aus dem Kühlschrank gestohlen hatte.

Im letzten Jahr gab es auch mehrere Selbstmordversuche von Hausmädchen aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen.

Sehr traurig ist der Fall, wo ein psychisch krankes Hausmädchen die Schwiegermutter ihrer Arbeitgeberin im Schlaf erstickte, um sich bei ihrer Arbeitgeberin beliebt zu machen. Vor der Tat wurde das Hausmädchen ständig erniedrigt, des Klauens verdächtigt und von ihrer Arbeitgeberin als wildes Schwein bezeichnet (eine der schlimmsten Beleidigungen für einen muslimische Frau).

Es ist schwer zu sagen, wie weit verbreitet diese Bedingungen wirklich sind. Laut dem Arbeitsamt wurden bereits mehr als 2000 Arbeitgeber für die schlechte Behandlung ihrer Hausmädchen bestraft. Vermutlich werden die meisten Hausmädchen anständig behandelt. Aber diese Extremfälle zeigen, dass es noch einer langer Weg sein wird, bis Singapur mit seinen billigen Arbeitskräften wirklich fair umgeht.

Die andere Seite

Bei meinen Recherchen bin ich auf ein Blog gestossen, in dem eine Frau über ihre negativen Erfahrungen mit Hausmädchen schreibt. Ich kann auch ein kleines bisschen nachvollziehen, dass es sehr frustrierend sein kann ein Hausmädchen anzustellen und zu trainieren, schließlich hatten wir auf Bali selber für zwei Jahre einen Putzmann. Dennoch ist wirklich erschreckend, was sie und andere Arbeitgeber für ein Bild von Hausmädchen haben.

Die Hausmädchen wären alle faule, arbeitsscheue Prinzessinnen, denen es viel zu gut geht. Sie selbst wäre das eigentliche Opfer, da sie für alles bezahlen muss und die Regulierungen des Arbeitsamts (MOM – Ministry of Manpower) die Hausmädchen schützen und nicht die Arbeitgeber. Folglich hat sie zur Kontrolle Überwachungskameras installiert, in ihren Hausregeln sind keine Nickerchen erlaubt, es darf nicht länger als 10 Minuten geduscht, die Waschmaschine darf nicht für die eigene Wäsche benutzt werden, das private Telefon händigt sie ihrem Hausmädchen erst um 7 abends aus und dergleichen mehr.

Linktipps Singapur (1)

Seit einigen Wochen schaue ich regelmässig in den Lokalteil von Singapurs Zeitungen um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was für Themen die Singapurer bewegt. Da hab ich auch schon ein paar lustige Artikel gefunden, die vielleicht auch typisch für Singapur sind.

Niedrigste Anzahl an herunter gefallenen Fenstern seit 10 Jahren
Offenbar kommt es manchmal vor, dass Fenster (mitsamt dem Rahmen?) sich lösen und zu Boden fallen. Bei 20-stöckigen Hochhäusern kann das natürlich sehr gefährlich sein. In Vergleich zu letztem Jahr sind nur 30 Fälle erfasst worden. 13 weniger als im Vorjahr. Wer seiner Pflicht, alte Fensterrahmen auszutauschen nicht nachkommt, der kann – wie sollte es anders sein – hart bestraft werden. Ein Fensterfall, der auf Fahrlässigkeit des Besitzer zurückzuführen ist, kann mit 10.000 S$ und/oder einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Dieser erfreuliche Trend, dass immer weniger Fenster runterfallen, ist sicherlich der „Window Safety“ Kampagne, den „window safety awareness“ Events und den „window maintenance tips“ der entsprechenden Behörde zu verdanken.

Arbeiten am Fahrradwegnetzwerk in Ang Mo Kio begonnen
Vorneweg: Fahrradwege sind praktisch nicht vorhanden in Singapur. Im Außenbezirk Ang Mo Kio haben nun die Arbeiten an dem ersten Abschnitt (4 km) der insgesamt 20 km geplanten Fahrradwege begonnen. Was wohl schon einen Rekord darstellt.
Um das Spazierengehen angenehmer zu gestalten, sollen entlang bestimmter Fußwege besondere Orchideen gepflanzt werden. Ich bin gespannt, ob die Einheimischen dafür wirklich ihr Auto stehen lassen.

Passend dazu ist der Artikel von Bruno Wildermuth, der wesentlich an der Planung und dem Bau des U/S-Bahnsystems von Singapur beteiligt war: Singapur ist eine Stadt für Autos geworden, nicht für Menschen (PDF ab Seite 15).

Sehr empfehlenswert ist der Kurzfilm Singapore Rebel, in dem es um einen Politiker geht, der durch seine – für unsere Begriffe harmlosen – Aktionen mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Er wurde wiederholt zu sehr hohen Geld- und Haftstrafen verurteilt.
Der Film, der m.E. recht objektiv und nicht wertend darüber berichtet, war 5 Jahre lang verboten (bis das angewandte Gesetz verändert wurde). Der Filmemacher wurde meines Wissens nie verurteilt, es wurde aber lange gegen ihn ermittelt und wenn ich ihn richtig verstanden habe, dann war er zeitweise auch im Gefängnis.

Wenn ihr mal hören wollt, wie man in Singapur Englisch spricht:
How To Serve Singaporean Customers
Omas in Singapur
Der Musik-Hit in Singapur

Beautiful melodies for a rainy sunday

Mal was anderes: ein Musikmix von mir

01 – My Baby Boy – The Angelcy
02 – Male Version Of Me – Gabby Young & Other Animals
03 – The leap – Zulya
04 – It Hasn’t Happened Yet – William Shatner
05 – Algiers – Calexico
06 – Just Fall in Love – Poolside
07 – Stand In Line – Rubies
08 – Glorious Beach Living feat AnnaLuca – Club des Belugas
09 – Beautiful tango – Hindi Zahra
10 – Cobblestone – Arian Saleh
11 – Ein Ballade fin tserissene Schich – Karsten Troyke
12 – Ginette – Tetes Raides
13 – Elsa, Kohtalon Lapsi – Martti
14 – Nocturno – Bajofondo Tango Club
15 – Love Affair – Humus, E. Thelo
16 – Indian Summer – Chicha Libre
17 – Cumbia Espacial – Ondatropica