Die unendliche Geschichte von Problemen mit unserem alten Haus

Wir hatten sehr viele Probleme in unserem alten Haus. Jede Woche ist eigentlich was neues passiert. Wir haben irgendwann eine Liste mit den Problemen aufgestellt und sind auf 19 Stück gekommen. Und das waren nur die, für die der Vermieter was konnte bzw. durch die Bauweise des Hauses bedingt waren – die vielen Schädlinge oder wenn ich mal Mist gemacht habe, haben wir gar nicht mitgezählt. Dafür, dass wir nur 5 Monate dort gewohnt haben, waren das schon ganz schön viele. Manche davon wurden innerhalb von wenigen Tagen behoben, andere existierten noch bei unserem Auszug, z.B. der meterlange Riss in der Rückwand durch den die Sonne reinschien.

Außerdem wurde das Haus komplett überschwemmt, als der Abwasserkanal hinterm Haus bei einem besonders starken Regen übergelaufen ist, die Wasserpumpe ist ausgefallen, beide Klospülungen sind kaputt gegangen, eine der Toiletten war undicht, Regen kam durch das Dach und ein Fenster hinein, diverse Stellen mit Schimmel oder Ausblühungen, zu niedriger Wasserdruck, ein kaputter Wasserhahn und so weiter und so fort. Man kann sagen, dass wir Pech mit dem Haus und den Vermietern hatten.

Das ist unser Badezimmer nach 4 Wochen Winterurlaub. Zwei Wände und Teile der Decke waren voll mit Wasserflecken und Schimmel. Irgendwie wurde vergessen die Wand von außen mit wasserfester Farbe zu streichen.

Das sind die – in diesem Haus – normalen Wasserflecken und Absprengungen der Farbe im unteren Bereich der meisten Wände. Die Feuchtigkeit kommt vom Fundament in die Wände, da nicht abgedichtet wurde.

Der Schimmel auf meinem schwarzen(!) Ledergürtel nach dem Winterurlaub.

Der Gürtel war wirklich extrem. Die meisten Sachen hatten solch eine weiße Schimmelschicht. In der ersten Woche nach der Rückkehr bin ich jeden Tag mit einem großen Müllsack zur Wäscherei gefahren um so nach und nach unsere gesamte Kleidung zu reinigen.

Das ist unserer Vordach aus Bambus- oder Palmenblättern. An manchen Stellen ist das Dach aber nicht steil genug, so dass das Regenwasser nicht abläuft und es anfängt zu Schimmeln.

Auch normal. An vielen Außenwänden bilden sich grüne Moose oder vielleicht auch Schimmel.

Eine Spezialität des Hauses sind die Salzausblühungen, die aus den Fugen wachsen.

Wir haben erst immer wieder Holzspäne auf dem Boden gefunden und irgendwann beobachtet wie diese Monster-Wespen ungefähr 1 cm große Löcher in die Dachbalken gefressen haben. Dieses Problem ist auch ein gutes Beispiel wie toll das mit unseren Vermietern funktioniert hat. Wir haben sie deswegen über Monate gefragt und erinnert, da wir uns ein wenig Sorgen um das Haus gemacht haben. Auf Dauer kann das ja nicht gut sein. Und wir haben alle ihre Tipps ausprobiert, wie Insektengift in die Löcher zu sprühen oder sie mit Holzleim zu verschliessen. Wir haben ca. 15 solcher Löcher zugemacht aber es gab natürlich sofort wieder Neue. Das einzige, was wirklich geholfen hätte, nämlich die Balken mit einem Gift zu streichen, wurde nie durchgeführt, da der Handwerker nicht gekommen ist und die Vermieter es immer vergessen haben. Und wir hätten sogar für das Gift bezahlt (Das ist teurer als der Handwerker. Für unseren guten Handwerker haben wir ca. 6 Euro pro Tag bezahlt. Der vom Vermieter war wohl sehr günstig, also wahrscheinlich 4 Euro pro Tag).

An der Türklinke von der Kammer ist sogar der Lack abgeplatzt (und das Haus ist höchstens 2 Jahre alt).

Nachdem wir umgezogen sind haben wir das Haus auf eigene Kosten und mit einem selbst beauftragtem Handwerker renovieren lassen. Danach sah es wieder total top aus. Wir haben uns sogar kurz gefragt, ob Umziehen wirklich nötig gewesen ist. Aber vermutlich sieht es mittlerweile wieder genauso aus, da die Ursachen für die Probleme ja nicht behoben worden sind.

Ich hab zwar schon einige Dinge im Haus selbst gemacht aber wirklich erfahren bin ich in dem Bereich auch nicht und so habe ich die eine oder andere kleine Katastrophe erst verursacht. Irgendwann war überall der Wasserdruck sehr schlecht, da der Handwerker, als er den überlaufenden Wassertank repariert hat, es geschafft hat, dass viele kleine Plastikkrümel in den Tank und dann in die Wasserrohre kamen und so die Wasserhähne verstopft haben. Ich habe dann alle Hähne abgeschraubt und die Siebe gereinigt.
Man muss dazu wissen, dass es in dem Haus keinen Haupthahn git, den man absperren kann und als ich in der Küche den kompletten Hahn abschraubte, kam mir plötzlich überraschend viel Wasser entgegen. Im unmittelbaren Umkreis war sofort alles nass und es gelang mir nicht mehr den Wasserhahn wieder anzuschrauben.
Ich hatte dann die Idee die Sicherungen auszuschalten in der Hoffnung, dass dann die Wasserpumpe ausgehen würde aber es ging nur das Licht aus, da die Pumpe an einem anderen Stromkreis war und wir standen da im Dunkeln während das Wasser weiter aus der Wand rauschte.
Mit dem Hauptstromschalter für das Haus ging auch die Pumpe aus und mit einer Taschenlampe konnte ich den Hahn wieder anschrauben aber das war ein spaßiger Abend.

Schöpfungsmythos des balinesischen Hinduismus

Am Anfang gab es nichts, keinen Himmel und keine Erde. Nur magnetisches Eisen ganz unten am Boden von Allem. Die Weltschlange Antaboga schaffte durch Meditation die Schildkröte Bedawang. Auf derem Panzer winden sich zwei Schlangen. Dies bildet das Fundament für die Welt. Unter der Schildkröte befindet sich die dunkle Unterwelt mit dem männlichem Gott Batara Kala, der weiblichen Göttin Setesuyara und der großen Schlange Basuki. Kala schaffte das Licht und die Erde. Über der Erde befinden sich mehrere Himmel in denen sich der Gott Brahma, der Gott der Liebe Semara, der Gott der Sonne Surya, der Vogelmensch Tjak, die geflügelte Schlange Taksaka und die Seelen der Vorfahren aufhalten.

Das ist ein kleiner Teil aus dem Schöpfungsmythos des balinesischen Hinduismus. Typischerweise wird Bali als hinduistische Insel bezeichnet, was aber etwas ungenau ist, da indischer und balinesischer Hinduismus große Unterschiede aufweisen. Ein indischer Hindu wüde die Religion der Balinesen wohl nicht als seine eigene wiedererkennen und umgekehrt. Die Schildkröte hat mich ja zuerst an Terry Pratchetts Scheibenwelt denken lassen aber ich glaube, dass das in Naturreligionen nicht so ungewöhnlich ist.
Selbst in dieser kurzen Beschreibung der Schöpfung kann man die Einflüsse aus verschiedenen Religionen und Überlieferungen erkennen. Charakteristisch für die balinesische Religion scheint die Offenheit gegenüber und Integration von anderen Ideen zu sein. Die Einflüsse von anderen Kulturen und Religionen wurden in die balinesische Weltanschauung auf ganz eigene Weise integriert. Dadurch entstand über die Zeit eine ganz einzigartige und etwas exzentrische Kultur und Religion.

Kultur und Religion sind untrennbar verwoben auf Bali. Auch der Alltag der Balinesen wird bestimmt durch die Religion. Dieses gesellschaftliche Modell scheint gut funktioniert zu haben, da es schon eine lange Tradition hat. Gerade die Künste haben sich sehr weit entwickelt. Bali hat einen großen Reichtum an Tänzen, Musik, Theater und Kunsthandwerk hervorgebracht.

Es gibt in dem Schöpfungsmythos noch eine witzige Stelle. Nachdem Siwa die Insekten, Wisnu die Bäume und Isara die Früchte erschaffen haben, gibt es einen Wettstreit zwischen Brahma und Batara Kala darüber wem es gelingt Menschen zu erschaffen. Nachdem Brahma Figuren aus gebrannten Ton schuf, verkündet Kala, dass er Kot essen würde, wenn es Brahma gelänge die Figuren zum Leben zu erwecken. Brahma schafft es und daraufhin schuf Kala die Hunde, die auf Ewigkeit winseln, bellen und Kot essen sollen.

Dazu sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass die Balinesen sehr tierlieb sind. Es gibt sehr viele streunende Hunde, die alle gut genährt und lieb sind. Und wenn der Hund von unserem Nachbarn in unseren Garten kommt, dann tut er genau das, wozu Kala ihn bestimmt hat.

Wochenendausflug nach Nusa Lembongan

Vergangenes Wochenende haben wir einen Kurztrip zu einer zu Bali gehörenden, kleinen Insel, Nusa Lembongan, unternommen. Wir sind am Freitag direkt nach der Schule mit ein paar Kollegen von Claire aufgebrochen. Im Minibus bis nach Sanur und von dort mit dem Fastboat übergesetzt. Das Fastboat hat seinen Namen auch wirklich verdient, denn man brettert mit 60 km pro Stunde über’s Wasser, fliegt quasi von Welle zu Welle. Es ist erstaunlich, dass das Boot von dem harten Aufschlagen auf’s Wasser nicht auseinanderbricht.

Tagsüber haben wir die Insel erkundet und Orte mit tollen Namen wie Blue Lagoon, Dream Beach, Secret Beach oder Sandy Bay besucht.
Das ist Secret Beach, wo es ein Resort gab, was komplett leer war und wir so den Strand ganz für uns alleine hatten.

Durch die Nähe zu Bali bekommt Lembongan recht viele Touristen ab, besonders Taucher, da es schöne Riffe gibt und hat deshalb viele und auch sehr gute Unterkünfte. Unser Hotel war wirklich guter Standard.

Ein Großteil der Einheimischen lebt aber immer noch vom Anbau von Seegras. Das reicht wahrscheinlich gerade so für den Lebensunterhalt und dementsprechend schlimm sehen auch die Hütten aus, in denen sie leben.

Ganz interessant auf Lembongan war, dass die Hotels und die Hütten direkt nebeneinander stehen. Das war ein starker Kontrast. Ich vermute, dass auch große Teile von Indonesien ähnlich ärmlich aussehen.

Rätselhaft ist mir immer noch das Verhältnis der Indonesier zum Müll. Es ist überall total vermüllt. Ihr Haus und ihren Hauseingang halten sie sauber aber alles andere ist egal. Oder nicht ihre Verantwortlichkeit? Oder es ist gar kein Problem für sie? Vielleicht unterscheiden sie auch gar nicht zwischen natürlichen und nicht-natürlichen Abfällen, wie Plastik oder Metall, die nicht verrotten. Oder sie haben andere Probleme als Ordnung und Sauberkeit.

Dream Beach.

Nochmal Secret Beach.

Sandy Bay.

Mangrovenwälder gab es auch.

Der Strand von Mangrove Point.

Auf Nusa Lembongan gab es die schlimmsten und kaputtesten Straßen, die ich in Indonesien bisher gesehen habe. Es gab soviele Schlaglöcher und der Asphalt fehlte teilweise komplett, so dass man über die ziemlich großen Steinbrocken fahren musste. Das war ganz schön abenteuerlich. Dazu kam noch, dass der Roller, den wir gemietet hatten eine alte Klapperkiste war.

Die Brücke war aber ganz lustig.

Claire wollte natürlich an allen Tempeln anhalten ;-).

Seegras-Setzlinge werden an Seile gebunden und dann in flachem Wasser zum Wachsen ausgelegt.

Seegrasbauern auf dem Weg zu ihren Feldern. Da das Wasser flach ist, verwenden die Bauern keine Ruder oder Segel, sondern Bambusstangen zur Fortbewegung.

Zum Trocknen ausgelegtes Seegras. Das hier angebaute Seegras wird wohl in erster Linie für Kosmetikprodukte verwendet.

Bei Flut liegen die Boote alle unbenutzt im Wasser.

Ein bisschen Farbe habe ich bekommen :-).

Ganz idyllisch. Eine Hütte inmitten der Palmen.

Jetzt kommen noch ein paar Bilder von den tollen Klippen bei Sandy Bay.

Nach dem anstrengenden Ausflug zu den Klippen musste ich mich erstmal etwas entspannen.

Ein paar Fotos (2)

Feierabendspaziergang am Strand.

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen auf Reisen ist, Leute zu finden, die ungewöhnliche Jobs ausüben. Dieses Bild habe ich im Imbissbereich eines Einkaufzentrums aufgenommen. Die Tätigkeit des Mannes mit dem gelb-blauen Hemd ist es, Kinder, die auf diesen Kuscheltieren sitzen, die fürchterlich laute Musik von sich geben, ein paar Runden durch die Gegend zu schieben.


Die älteste Vespa, die ich je gesehen habe. Mit zwei Ersatzreifen.


Eines der Lieblingshobbies der Balinesen ist es Drachen steigen zu lassen. Die Drachen sind oft sehr groß und kunstvoll, die man auch gar nicht mehr alleine bedienen kann. Die meisten fliegen weit oben über mehrere Stunden am Himmel und machen dabei Knattergeräusche. Angeblich wid über das Drachensteigen auch um das Ansehen der verschiedenen Nachbarschaften und Gemeinden gekämpft. Dafür geht aber niemand auf ein Feld oder eine andere freie Fläche. Nein, man lässt den Drachen direkt vor seinem Haus, auf der Straße oder wo man sonst gerade Lust hat steigen. Das führt dann regelmässig dazu, dass man einen abgestürzten Drachen auf dem Dach oder im Garten hat. Hier ist mal ein besonders Großer neben dem Pool runtergekommen.


Die Tierwelt, die man in unserem Haus und Garten beobachten kann ist ziemlich bemerkenswert. Insbesondere die Insekten sind viel größer als in Deutschland. Das ist eine Gottesanbeterin in unserem Garten, die ungefähr 8 cm groß ist.


Wenn man sich die Stromleitungen hier ansieht, ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass es regelmässig Stromausfälle gibt. Mir wird immer ganz anders, wenn ich jemand sehe, der sich an den Stromleitungen zu schaffen macht. Es ist hier auch kein Anlass zur Sorge, wenn die Leitungen knistern und summen. Einfach weitergehen und nicht hinhören.


Das ist der Weg, der von der Straße zu unserem Haus führt. Links, wo die Fenster sind, da sind drei Einzimmerwohnungen. Ich vermute, dass die Bewohner eine Toilette und eine kleine Ecke zum Kochen haben aber ich hab sie auch schon öfter vor ihrem Haus beim sich Waschen oder Geschirr abspülen gesehen. Ein paar arbeiten anscheinend in dem Eisenwarenladen nebenan (rechts) und eine Familie betreibt einen kleinen Straßenstand, wo wir auch schon ein paarmal Nasi Goreng, also gebratenen Reis, gegessen haben.


Das mit der Müllverbrennung die überall und jederzeit passiert ist wirklich etwas nervig. Da sie immer Sachen verbrennen die man nicht verbrennen sollte oder die nicht trocken sind qualmt es auch immer ganz fürchterlich. Fast jeden Tag muss man durch Rauchschwaden durchlaufen oder -fahren und wenn man mal richtig Pech hat, zieht es ins Haus oder ins Hotel.


Nochmal Strand. Mit komischen Pflanzen im Vordergrund.

Linktipps Indonesien (1)

Und noch eine neue Kategorie. Da auch viele Andere interessante Berichte über Indonesien und Bali schreiben, dachte ich mir, dass ich die, die mir am Besten gefallen, von Zeit zu Zeit hier verlinke.

Indonesien: Angekettet und hinter Gittern
Eine erschütternde Dokumentation über geistig Kranke auf Bali. Richtige medizinische Versorgung ist sehr teuer für die meisten (Krankenversicherung gibt nicht), die spirituellen Heiler sind wohl nicht in der Lage psychische Krankheiten zu heilen und wenn das Geld endgültig alle ist, dann bleibt der Kranke besessen von den bösen Geistern. Zum Schutz werden die Kranken dann oft von ihrer eigenen Familie wie ein wildes Tier eingesperrt.
Der hilflose Umgang mit psychischen Krankheiten erinnert mich an die Exorzismen, die vor gar nicht allzu langer Zeit bei uns üblich waren.

A group of Jakarta punks challenges the criminal stigma attached to tattoos
So ähnlich wie in der Geschichte der javanesischen Punks, die ein neues Haus in der Großstadt Depok beziehen und sich mit vielen Vorurteilen aufgrund ihrer Tattoos konfrontiert sehen, muss es wohl in Deutschland in den 70er/80er Jahren gewesen sein, als Tattoos mit Verbrechern und Gefängnis assoziiert wurden.

Ride Sri, Ride…
Ein Studentin, die nach einem Motorradunfall nicht mehr laufen konnte, war seit dem Unfall im Rollstuhl zuhause und komplett angewiesen auf ihre Eltern. Nach 10 Jahren hatte sie genug und ein Motorrad so umbauen lassen, dass sie es mit Rollstuhl fahren kann. Seitdem versucht sie auf die Situation von Behinderten in Indonesien aufmerksam zu machen und deren Lage zu verbessern.
Abgesehen von dem fehlenden Wissen, dem Mangel an technischen (Geh- oder Fortbewegungs)-Hilfen und Unterstützungsprogrammen gibt es noch ein soziales Problem. In der indonesischen Kultur bzw. der Religion spielt Karma oder Schuld eine wichtige Rolle, so dass Krankheiten als Bestrafung für schlechte Taten in vergangenen Leben interpretiert werden. Diese fatale Ansicht, die auch in vielen esoterischen Lehren verbreitet ist, führt dazu, dass man nicht versucht Behinderten zu helfen oder ihre Situation zu verbessern, sondern die Strafe und der Zustand wird einfach akzeptiert. Außerdem sind die Familien um ihr Ansehen in der Gemeinde besorgt und um nicht mit der Schande leben zu müssen ein behindertes Kind zu haben, wird es versteckt und isoliert.

Ein Bild von Sri.

Orang pendek
Ein Bericht über den Yeti Indonesiens. Ein Wesen zwischen Mensch und Affe, dass viele Leute beobachtet haben wollen und von dem es viele Fußspuren aber noch kein einziges Foto oder ein Skelett gibt.

Ein paar Fotos (1)

Da ich mit den nächsten Texten noch etwas brauche, gibt es Zwischendurch einfach ein paar Bilder, die sich mit der Zeit angesammelt haben.


Das muss der erste Tag nach unserer Ankunft gewesen sein und wir sind das erste Mal am Strand.


Im Süden Balis wird eigentlich überall Reis angebaut. Aber die Gegend ist sehr begehrt. Die Bauern können viel Geld damit verdienen, wenn sie ihr Land verkaufen und so wird ein Reisfeld nach dem anderen zugebaut. Wer heute noch von seinem Fenster auf die Reisfelder blickt, der kann schon morgen eine Hauswand vor dem Fenster haben. Baugenehmigungen braucht man entweder gar nicht oder niemand holt sie ein.


Canggu Beach steht hoch im Kurs bei den Surfern (auch wenn hier mal keine zu sehen sind).


Kurz vor 18 Uhr wird am Strand schon eingepackt, da gleich die Sonne untergeht.


Ein paar Muscheln und Schnecken vom Strand. Als ich anfing danach zu suchen, hab ich zwar erwartet Exotische zu finden aber nicht, dass Größere darunter sein werden.


Und so war ich etwas überrascht diese ganzen großen Muscheln und Schnecken an einem sehr belebten Strand zu finden.


Der Strand von Kuta (etwas weiter südlich) hat schöneren Sand als der in Canggu, dafür ist er aber auch vollkommen überlaufen mit Touristen und Verkäufern. Bali ist gewissermassen das Mallorca für Australier und Kuta der Ballermann.


Abends, nachdem die Sonne untergegangen ist und die Temperatur etwas angenehmer geworden ist, werden die Balinesen nochmal aktiv. Die (Super)Märkte sind voll und überall wird gegrillt, gekocht und gegessen. Mir ist noch etwas unklar wie wohl der Schlaf-Wach-Rhythmus der meisten Einheimischen aussieht. Es scheint, als würden sie total früh aufstehen und sehr lange wachbleiben.

Die Sprache: Bahasa Indonesia

Wenn wir vor unserer Abfahrt gefragt wurden, welche Sprache man eigentlich auf Bali spricht, haben wir immer geantwortet man spräche Indonesisch. Das ist allerdings, wie wir – seitdem wir auf Bali sind – herausgefunden haben, nur die halbe Wahrheit. Es gibt noch eine weitere, ganz eigene Sprache, die nur hier auf Bali gesprochen wird, nämlich Balinesisch.

Indonesisch ist erst seit der Unabhängigkeit Indonesiens, die im Jahre 1945 errungen wurde, die offizielle Landessprache. Indonesisch ist eine Mischung aus verschiedenen Sprachen, basiert aber größtenteils auf Malayu kuno, einer Handelssprache, die schon seit vielen Hundert Jahren im gesamten Archipel gesprochen wurde. Eigentlich alle Inseln Indonesiens besitzen ihre eigene Sprache (es werden über 250 Sprachen in Indonesien gesprochen). Indonesisch ist in der Regel die erste Fremdsprache, die man ab der ersten Klasse in der Schule lernt.
Doch wahrscheinlich kommt man selbst auf Bali nicht weit mit Balinesisch, da es hier, aufgrund des hohen Bedarfes an Arbeitskräften durch den Tourismus, viele indonesische Einwanderer z.B. von Java gibt. Und mit Indonesisch kann man sich nicht nur in ganz Indonesien verständigen, sondern auch in Malaysia, da sich Indonesisch und Malaiisch zueinander verhalten wie Schwedisch und Norwegisch, d.h. Indonesier können Malaien verstehen und umgekehrt.

So lernen wir also Indonesisch. Mit Englisch kommt man auch halbwegs zurecht. Besonders in den touristischen Regionen oder den touristischen Angeboten sprechen viele etwas Englisch, und bei vielen alltäglichen Aktivitäten wie Essen gehen und Einkaufen ist die notwendige Kommunikation ja auch nicht so kompliziert. Ganz viele Einheimische, besonders auf den Märkten und den Geschäften und Restaurants für Einheimische, wo ich ja am Liebsten hingehe, sprechen überhaupt kein Englisch. Und mit denen, die etwas Englisch können, stößt man sehr schnell an ihre sprachlichen Grenzen, wenn es auch nur ein bisschen komplizierter bzw. weniger leicht erratbar wird. So hat es bestimmt eine Viertelstunde gedauert bis ich unserer Putzhilfe verständlich machen konnte, dass er dreimal die Woche und nicht jeden dritten Tag kommen soll. Überhaupt waren wir schon in einigen frustrierenden Situationen, die durch die Sprachbarriere zustande gekommen sind. Und das, obwohl ich auf meinem Telefon immer ein Wörterbuch und Google Translate zu Verfügung habe und auch oft einsetze.

Wie ist Indonesisch als Sprache? Anders. Ganz anders. Indonesisch gehört zu den malaiisch-polynesischen Sprachen, ist also mit nichts verwandt, was wir kennen. Ab und zu entdeckt man lustigerweise Wörter aus dem Arabischen oder Niederländischen. Immerhin schreibt man Indonesisch mit lateinischen Schriftzeichen – wir müssen also kein neues Alphabet lernen und können schonmal alles lesen. Zum Glück ist es auch keine tonale Sprache wie Chinesisch oder Thailändisch. Für Deutsche hat Indonesisch eine ziemlich einfache Aussprache und bis auf ein paar Ausnahmen wird alles so gesprochen wie es geschrieben wird.

Indonesisch hat, wie anscheinend viele südostasiatische Sprachen, eine sehr einfache Grammatik. Es gibt keine Deklination, d.h. die Substantive und Adjektive verändern sich nicht mit dem Fall, der Anzahl oder dem Geschlecht. Also kein: das kleine Haus, des kleinen Hauses, die kleinen Häuser, etc. Es gibt keine Konjugation, d.h. die Verben verändern sich auch nicht. Ich gehen, du gehen, er/sie/es gehen… Die Sprache kennt keine Artikel und keine unterschiedlichen Formen für Singular und Plural. Optional kann man das Wort verdoppeln um explizit zu machen, dass es sich um die Mehrzahl handelt, z.B. Frucht heißt buah und Früchte sind buah buah. Bei Vergangenheit oder Zukunft wird auch nicht das Verb verändert, sondern durch zusätzliche Wörter wird angezeigt, um welche Zeitform es sich handelt. Außerdem gibt es keine (Possesiv)pronomen wie mein, mir oder mich.

Mal ein Beispiel:
Gestern bin ich mit dem Auto zu meiner Arbeit gefahren.
Kemarin saya jalan naik mobil ke pekerjaan saya.
Wörtlich übersetzt: Gestern ich fahren mit Auto zu Arbeit ich.

Einfach oder? Wie man sieht, fällt auch das Hilfsverb „sein“ weg. Schön wenig Grammatik, wenig Regeln wie sich bestimmte Wörter verändern und wenig extra Wörter, die man lernen muss.
Genau so reden viele Indonesier auch Englisch, weil sie ihre einfachen Sätze wörtlich übersetzen. Das hört sich dann manchmal an wie Babysprache.

Also, dann muss man nur Vokabeln lernen, oder?

Größtenteils, ja. Die Vokabeln sind zwar nicht so leicht zu merken aber eigentlich müssen wir nur ganz viel auswendig lernen.
Bisher habe ich eine Sache kennengelernt, die das Erlernen der Sprache etwas erschwert: Es gibt eine formelle und eine informelle Variante. Und die sind unterschiedlicher als im Deutschen wo sich quasi nur die Person ändert.

Ich gebe dir dein Buch zurück, was du mir geborgt hast.
Ich gebe ihnen ihr Buch zurück, was sie mir geborgt haben.

Im Indonesischen ändern sich die Wörter für ich, du, nicht und nein. Bei vielen Wörtern wird auch die erste Silbe weggelassen, damit es kürzer wird. Da das noch nicht genug anders ist, kann man auch im Umgangssprachlichen aus den Possesivpronomen ein Suffix des Substantives machen. Das sieht so aus:

Formales Indonesisch: rumah saya, rumah anda
Informales Indonesisch: rumahku, rumahmu (informal ich ist aku, du ist kamu)
mein Haus, dein Haus
Wörtlich: Haus ich, Haus du

Nun wird es den meisten Indonesiern nicht so wichtig sein, ob ich sie formal oder umgangssprachlich anspreche, solange sie überhaupt verstehen können, was ich will. Aber es erschwert das Verstehen, da wir auf beide Weisen angesprochen werden und die Vokabeln für beide Varianten verstehen müssen.

Ich trinke gerne Tee aber ich trinke nicht gerne Kaffee.
Formal: Saya suka minum teh, tetapi saya tidak suka minum kopi.
Informal: Aku suka minum teh, tapi aku nggak suka minum kopi.

Zum Glück habe ich mittlerweile die Zahlen drauf, da ich ja sehr oft mit Preisen konfrontiert werde und feilschen muss.

Insgesamt eine recht einfache Sprache, die eine ganz lustige Sprachmelodie hat und es duchaus Spaß macht sie zu lernen.
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