Fotos vom Urlaub in Japan

Über Ostern waren wir zusammen für eine Woche in Japan unterwegs. Das war der erste gemeinsame Urlaub seit einer Weile und auch der erste der nicht nach Deutschland oder die USA. Eins der Highlights für mich war, dass es kalt war. Es waren Frühlingstemperaturen, wo man manchmal eine Jacke brauchte und wo ich mich über die wärmende Kraft der Sonne gefreut habe. In Singapur vermeidet man länger als nötig draussen zu sein (es sei denn es ist ein Pool in der Nähe).


Tokio ist echt groß und ziemlich beeindruckend. Tokio selbst hat 13 Millionen Einwohner und der Großraum knapp 38 Millionen.


Reizüberflutung? :-)
Am Eingang zu Tokios Rotlichtviertel Kabukicho (hätte ich nicht erkannt als solches).


Eine der vielen Straßen im Ausgehviertel beim Shinjuku Bahnhof in Tokio. Die Fülle an Restaurants, Bars, Karaoke, Cafés und anderem erschlägt einen etwas. Ich glaube entweder weiß man vorher, wo man hin will oder wählt einfach zufällig etwas aus. Alle Restaurants in der Nähe anzusehen / zu vergleichen ist unmöglich (Tripadvisor war auch ziemlich nutzlos dort).


Alle paar Meter ein Hauseingang, der voller Schilder ist.


In der Nähe vom Shinjuku Bahnhof, der – gemessen an der Anzahl der Passagieren pro Tag – der größte auf der Welt ist. Es gibt 50 Bahnsteige und über 200 Ausgänge. Alleine von der einen auf die andere Seite zu kommen ist schon eine Herausforderung. Vermutlich auch das größte Labyrinth der Welt :-).


Angesagte Straße mit kleinen Läden und Modegeschäften.


Golden Gai in Tokio: Ein Gelände voller kleiner Bars. Es gibt dort bestimmt ein paar hundert Bars, in die alle nicht mehr als 6-8 Gäste passen und in den meisten Fällen sitzen alle am Tresen. Interessanterweise lief nirgendwo laute Musik und es schien, als würde es in jeder Bar ein Gespräch zu geben, an dem die Gäste und der/die Barmann/frau beteiligt waren.


Tonkatsu: Japanisches Schnitzel. In dem Fall noch mit einem Ei. Die Portion war deutlich größer als ich erwartet hatte. Dafür, dass die japanische Küche so gesund sein soll, gab es überraschend viel frittiertes Essen.


Die berühmte Shibuya-Kreuzung. Ich würd sagen ein Drittel davon sind Touristen, die immer hin und her laufen :-).


Japan ist ja berühmt dafür, dass man alles von Automaten kaufen kann (man musste auch aufpassen, dass man nicht aus versehen ein heißes Getränk oder eine warme Suppe beim Getränkeautomaten auswählt). Ich hab allerdings gar nicht so viel ungewöhnliche Automaten gesehen. Ziemlich praktisch sind die Automaten, die vor manchen Restaurants stehen. Dort wählt man Essen und Trinken aus, bezahlt dafür und gibt drinnen nur noch den Beleg ab.


Das öffentliche Bahnnetz ist anfangs sehr unübersichtlich und es ist schwer sich zurecht zu finden. Auf dem Foto kann man schon 5 verschiedene Arten von Fahrkartenautomaten sehen (rechts davon war noch ein weiterer). Es gibt im Nah- und Fernverkehr aber jeweils eine private und eine staatliche Bahngesellschaft und so gibt es an vielen Stationen auf unterschiedlichen Etagen die Automaten für die jeweilige Gesellschaft (oft geht’s auch richtig tief runter: 5-6 Rolltreppen nach unten vom Straßenniveau). So passiert es zum Beispiel, dass man bei einem Automaten für die Private ein Ticket kauft (oft kann man sein Ziel mit beiden erreichen, aber eine ist viel umständlicher) und kommt dann nicht durch die Fahrkartenkontrolle der Staatlichen mit der man eigentlich fahren wollte. Praktischerweise (eigentlich auch überraschend) gibt es an allen Stationen auch Personal, was bei Problemen helfen kann und in dem Fall kurzerhand das Geld für das falsche Ticket erstattet. Es gibt auch Tickets mit denen man beide Bahnen benutzen kann – wenn man dann weiß wie man sie kauft. Im Großen und Ganzen funktioniert es aber sehr gut.


Sehr überraschend war wie viele Menschen in Japan in Uniformen oder quasi in Uniform herumlaufen. Schüler, Studenten, Taxifahrer, Bahnpersonal und viele andere Berufsgruppen tragen klar erkennbare Uniformen aber auch Büroangestellte. Die Frau auf dem Bild mit dem Regenschirm im Arm trägt die Uniform für weibliche Büroangestellte: weißes Hemd, schwarzen Rock und Jackett, schwarze Schuhe und beige Jacke. Männer tragen einen dunklen Anzug mit Krawatte wobei die Farben etwas variieren dürfen. Die Kleidung der Frauen ist fast genau gleich.
Es ist ein bisschen seltsam, wenn abends nach Feierabend hunderte identisch gekleidete Frauen durch die Straßen laufen.


Taxis sehen ziemlich altmodisch aus und die Fahrer tragen entweder Uniform oder einen Anzug.

Von Tokio aus sind wir überall mit den Shinkansen-Schnellzügen gefahren (nicht so viel anders als ICE-Züge aber sehen lustiger aus). Besonders praktisch war, dass für die meisten Strecken alle 15 oder 30 Minuten ein Zug kommt.


Das zerstörte Gebäude im Zentrum von Hiroshima, was so stehen gelassen wurde um an den Atombombenabwurf zu erinnern. Bevor Hiroshima auf unserer Reiseroute war habe ich nie groß darüber nachgedacht, ob die Stadt immer noch radioaktiv verseucht ist oder schon genug Zeit vergangen ist. Dadurch, dass die Bombe in der Luft explodiert ist, wurde der Boden nicht so schlimm verseucht und die Strahlenbelastung ist nicht höher als an anderen Orten auf der Welt.


Unweit von dem Denkmal befindet sich ein schöner Park mit vielen Schildkröten und Fischen.
Fast überall in Hiroshima hat man das Gefühl in einer ganz normalen Stadt zu sein. Im Zentrum gibt es eine Reihe von Denkmälern und ein Museum, die an die besondere Vergangenheit erinnern. Das Ausmaß der Zerstörung und Vernichtung kann man an der heutigen Stadt nicht mehr erkennen. Besonders ergreifend fand ich die Bekenntnisse auf Gedenktafeln und Denkmälern, dass so etwas Schreckliches nie wieder passieren darf. Speziell in Hinblick auf den derzeitigen US Präsidenten der so leichtfertig über den Gebrauch von Atomwaffen spricht.


Nach dem Krieg wieder hergestellte Burg in Hiroshima.


Es war sehr überraschend für mich wie viele Fahrradfahrer es in Japan gab. Und auch in Außenbezirken gab es viele Fußgänger und die Autofahrer sind erstaunlich vorsichtig gefahren (verglichen mit Singapur, Thailand, etc.). Das war das erste Mal, dass ich Parkgebühren für ein Fahrrad bezahlt habe.


Abschließbare Regenschirmhalter.


Bedienung für die japanischen High-Tech Toiletten. Besonders praktisch die Knöpfe um Deckel und Sitz auf- und zu zumachen. Bei manchen ging der Deckel auch von alleine hoch, wenn man sich genähert hat. Und so ein beheizter Sitz ist wirklich angenehm :-).


Neben Katzen-Cafés gibt es in Tokio jede Menge ungewöhnlicher Orte: Maid-Cafés, Roboter- und Gefängnis-Restaurants und viel mehr.


Naheliegend: In Japan als Supermario verkleidet mit einem Gokart durch die Gegend fahren.


Der Sanjusangen-do Tempel in Kyoto, der eine Buddha-Statue und 1000 weitere lebensgroße Statuen beherbergt.


Darf natürlich nicht fehlen: Kirschblüten.


Endlich mal wieder warm angezogen sein ;-).

Advertisements

Bangkok: Fotos und erste Eindrücke

Thailändisches Neujahr – Songkran

Anlässlich des thailändischen Neujahrs (Songkran) fand in unserem Büro eine Zeremonie mit acht Mönchen statt, wo rund eine Stunde lang gebetet und gesungen wurde.

Alle Mönche waren über einen Bindfaden miteinander verbunden. Später gab es einen Teil, bei dem alle Anwesenden verbunden waren, indem sie sich alle an den Schultern angefasst haben.

Songkran ist berühmt dafür, dass drei Tage lang eine riesige Wasserschlacht stattfindet. Eine Variante: mit dem Auto rumfahren und Wasser mit Eimern den Passanten entgegenschleudern.

Andere Variante: Einen Stützpunkt am Bürgersteig aufbauen und alle vorbeifahrenden nassspritzen.
Wie man sehen kann, sind alle die mitspielen nass bis auf die Haut. Und auch manche die eigentlich nicht mitspielen wollten.

An einem der drei Tage bin ich auch mit einer Wasserpistole bewaffnet losgezogen und habe den halben Tag damit verbracht andere Leute nasszuspritzen und nassgespritzt zu werden. Das war echt ein Riesenspaß.
Aus naheliegenden Gründen konnte ich davon nicht so viele Fotos machen aber Google Bildersuche gibt einen guten Eindruck davon wie wild es dabei zugeht.

Es ist auch Tradition zu Songkran an unzähligen Zeremonien und Aktivitäten teil zu nehmen, die Glück, Reichtum, Gesundheit, Berühmtheit etc. versprechen. Zusammen mit ein paar Kollegen verbrachten wir den ganzen Tag damit diverse Tempel zu besuchen und an den traditionellen Aktivitäten teilzunehmen.

Von einem Mönch mit Eiswasser beträufelt zu werden gehört auch dazu.

Bei dem liegenden Buddha wirft man hunderte kleine Münzen in hunderte kleine Töpfe.

Wer gegen die Glocke schlägt wird berühmt.

Das war mehr Quatschfotos als Tradition.

Zu Neujahr baut man kleine Sandburgen innerhalb des Tempels. Der Gedanken dahinter ist, dass man so ausgleicht, dass man das ganze Jahr über zum Tempel geht und an den Schuhsohlen Sand vom Tempel wegträgt.

Alltag

Kaum zu sehen aber da arbeitet tatsächlich jemand an den Stromkabeln.

Der Kater meiner Mitbewohnerin fühlt sich sehr wohl in meinem Zimmer.

Sehr beliebt: Bars auf den Dächern der Hochhäuser. Bei Above 11 ist jeden Mittwoch Salsa.

Ich geh wieder öfter Salsa-Tanzen auch wenn die meisten leider kein Kubanisch können.

Sechs Kinder und jedes hat ein Telefon oder Tablet in der Hand.

22:21 Uhr und 31°C. Und jeden Tag 38°C.

Auf dem gigantischen Chatuak Wochenendmarkt sind wir irgendwann an der Abteilung mit Tieren vorbeigekommen, wo es zahllose Geschäfte gab, die Fische auf diese Art und Weise verkauft haben.

Tempel und so Zeug halt – für mich schon so alltäglich geworden, dass es mir kaum noch auffällt.

Von ganz oben kann man den Pool und Tennisplatz auf dem 12. Stockwerk sehen.

Pendeln

Die Sukhumvit-Bahnlinie entlang der unheimlich viel los ist. Es gibt jede Menge Malls, Restaurants, Bars, Nachtleben usw. was leicht von der Bahn zu erreichen ist. Die meiste Zeit halte ich mich eigentlich in Sukhumvit auf.

Fast egal wo man hingeht: es ist total voll. Ob auf dem Bürgersteig, in der Bahnstation, in dem Einkaufszentrum überall muss man sich durchkämpfen als wär man auf einem gut besuchten Flomarkt oder Rummel. Wenn ich pünktlich Feierabend mache, komme ich in den schlimmsten Berufsverkehr, wo ich erstmal ein paar Bahnen abwarten muss bevor ich mitkomme.

Kuscheln in der Bahn. Meistens komm ich nicht mal in die Nähe von einem Sitzplatz. Ab 22 Uhr sind die Chancen, sich hinsetzen zu können aber ganz gut. Zum Glück sind’s nur 4 Stationen bis zu meiner Arbeit.

Etwas anstrengend sind die überall installierten Video-Werbetafeln, die oft auch Ton haben. So wird man zum Teil sogar in Fahrstühlen mit Werbung bombardiert.

Oft ist auf den Bürgersteigen noch weniger Platz, weil dort haufenweise Stände aufgebaut sind.

Essen

Eins meiner neuen Lieblingsgerichte, frittiertes Hühnchen mit scharfen „Dressing“ und Kräutern.

Auch sehr lecker: Rindfleischsalat mit Chilisoße und rohem Knoblauch und Zwiebeln.

Ab und zu muss es mal eine Pho-Suppe sein.

Direkt um die Ecke von meiner Wohnung gibt es einen hippen Biergarten-Straßenküchen-Mix für Expats.

Die Straßenküchen, wo die Einheimischen essen, sind nur etwas weiter entfernt.

Leider kommt man dort mit englisch nicht weit und es gibt auch keine Menüs. Und wenn man mit Zeichensprache bestellt, erlebt man öfter mal eine Überraschung. Meist wenn ich abends von der Arbeit nach hause komme, hab ich wenig Lust auf Experimente und wähl die Expat-Variante.

Merkwürdiges

Tja.

Allgegenwärtig: seltsam, mehrdeutig benannte Massage-Salons.

Vokabeln aus der Kategorie Nachtleben bei einer Thailändisch-lernen App.

Wenn sie in der ersten Sitzung Selbstmord empfehlen, dann hat man wirklich nicht viel Zeit mit der Therapie verschwendet.

Zwischenspiel in Bangkok

Letzte Woche bin ich mal eben nach Bangkok gezogen.
Der Grund: Ich habe Arbeit gefunden! Yeah!

Cooler Job oder?
An der frischen Luft (naja, mehr oder weniger frisch), flexible Arbeitszeiten, hohes Maß an Eigenverantwortung und die Möglichkeit jeden Tag einen Einfluss auf das Leben von Tausenden Menschen zu haben :-).

Nee, ich arbeite natürlich wieder als Softwareentwickler. Und eigentlich hatte ich mich auf eine Stelle in Singapur beworben aber mein jetziger Chef hat mir eine Stelle in Bangkok angeboten, da ich hier besser ins Team passen würde. Da Claire in Singapur bleiben muss, ist es zeitlich begrenzt und danach darf ich dann von dem Büro in Singapur weiterarbeiten. Und so bin ich jetzt für 6 Monate nach Thailand gezogen.

Als ich am Tag meiner Ankunft am Flughafen in die S-Bahn gestiegen und in die Stadt gefahren bin, war alles noch ganz normal. Aber als ich dann zu Fuß zu meinem AirBnb gelaufen bin, merkte ich sofort, dass ich wieder im richtigen Asien war. Es war viel chaotischer, dreckiger und lauter als Singapur.

Ich glaube, viele asiatische Millionenstädte sind nicht besonders hübsch aber Bangkok kommt mir immer besonders häßlich vor. Die Stadt ist auch extrem voll und ständig herrscht Verkehrschaos. Moloch trifft es ganz gut.
Das leckere Essen und die günstigen Preise machen das zum Teil wieder wett.

Es musste wieder viel organisiert werden in den letzten Wochen: neues Bankkonto, Visum für Singapur und Thailand, thailändische SIM-Karte, Flugtickets, neue Krankenversicherung, U-/S-Bahnkarten für Bangkok, AirBnb für den Anfang und eine normale Wohnung für die restliche Zeit.

Am Samstag werd ich dann in eine nette, kleine WG ziehen. Das Haus sieht nicht ganz so schick aber ähnlich aus.

Jetzt muss ich nur noch die Stadt erkunden, Freunde finden und Thailändisch lernen.

Kreatives Englisch in Asien

In (Ost-/Südost-)Asien trifft man häufig auf einen – sagen wir mal – kreativen oder unbedarften Gebrauch der englischen Sprache. Zum Beispiel sieht man regelmässig Menschen, die Hemden tragen, bei denen die englische Aufschrift etwas fehl am Platz wirkt. Mir drängt sich dann immer die Frage auf, ob jene Menschen überhaupt verstehen, womit sie da herumlaufen. Aber auch im Stadtbild findet man immer wieder lustiges Englisch. Natürlich gibt es das nicht nur hier, sondern auch in Deutschland. Hier mal ein paar Beispiele aus Singapur:

Große Mädchen Küche? Was soll das sein? Meistens beschreibt man ja die Küche anhand des Essens oder des Herkunftlandes aber nicht nach denen, die es kochen?

„Wallet friendly“ also Geldbörsenfreundlich ist eine schöne Umschreibung für billig. Trifft möglicherweise genau den Nerv der sparsamen Singapurer.

In diesem Restaurant schreibt man die Bestellung selbst auf einen Zettel, den man dann der Bedienung gibt. Bei dem Bestellformular – dem order sheet – ist aber eine Kleinigkeit schief gelaufen.

Die Bierbauch-Bar. Das wirkt nicht so richtig anziehend auf mich. Es ist überhaupt auch etwas unklar, wie das gemeint ist. Wollen sie bierbäuchige Männer ansprechen oder kann man dort vielleicht besonders schöne Bierbäuche sehen. Beer belly dance?

Ein super Name natürlich. Aber ich glaube, da gibt es schon etwas anderes, was so heißt.

Erstgeborene Eier. Das erschließt sich mir nun gar nicht.

Singapur ist wohl auch das einzige Land der Welt, wo die Happy Hour „1 for 1“ heißt. Da bekommt man dann 2 Getränke und bezahlt nur für eins.

Fotos vom Urlaub auf Taiwan

Chiang Kai-shek Memorial

Taipei 101, ehemals höchstes Gebäude der Welt mit 508 Metern.

Typisches Straßenbild in Taipei.

Mein Lieblingsessen in Taiwan: Man sucht sich ein paar Zutaten aus, …

die dann in einer leckeren Brühe kurz gekocht werden.

Bubbletea!

In vielen Teilen Asiens steht Altes und Neues dicht nebeneinander.

Anzeige wie voll es auf der Damentoilette ist.

Englisch in Asien ist oft sehr lustig: Playboy-Tasche und eine Jacke mit „Godfather“ Aufschrift.

Ganz selbstverständlich: Hakenkreuz als Symbol für einen Tempel.

Ein Tempel.

Eingang zu einem Nachtmarkt. Voll mit kleinen Läden und Essensständen.

Grillen mit dem Flammenwerfer

Ich versteh nur Bahnhof.

Einladend aussehendes Mietshaus.

Belgische/Holländische Waffel mit Apfelmus und Zimt.

Asiatische Hipster mit Wollmützen und Birkenstock. Das war während ich eine halbe Stunde auf einem Platz im berühmten Din Tai Fung (Dumplings) gewartet habe.

Kaffees und Antiquitäten in der hippen Gegend nahe des Daan-Park.

Der Dschungel in der Stadt.

Singapur ist so effizient (1)

Ich hab den Verdacht, dass daraus eine Serie werden könnte :-).

Seit ein paar Tagen werden in unserer Nachbarschaft alle Straßen erneuert. Kam etwas überraschend für mich, da der Zustand eigentlich sehr gut war. Es gab auch keine Ankündigungen oder Absperrungen. Überall, wo ein Stück Straße frei von parkenden Autos war, wurde mal schnell der alte Belag entfernt und durch neuen ersetzt. Singapur besitzt eigentlich den Ruf übertrieben auf Sicherheit zu achten aber hier sind Autos durch die Baustelle gefahren und Kinder zwischen den Fahrzeugen durchgelaufen. Es ist ganz clever, dass sie immer so kleine Abschnitte erneuern, die sie innerhalb des Tages komplett abschliessen können und nie eine Baustelle über Nacht bleibt.

Der erste Eindruck von Singapur

Seit fast vier Wochen sind wir jetzt in Singapur. In der Zeit haben wir eine Wohnung gefunden und sind wenige Tage später dort eingezogen. Da die Wohnung unmöbliert ist, waren die ersten Tage etwas spartanisch. Hauptsächlich dank IKEA haben wir jetzt aber das Wichtigste zusammen. In der Zwischenzeit ist auch der Container mit unseren Sachen angekommen. Was nun noch fehlt ist WLAN zu hause und eine Arbeit für mich. Das 2-Tage Interview bei Quantcast habe ich leider nicht bestanden. So schreibe ich weiter Bewerbungen. Internet über das Telefon funktioniert in Singapur sehr gut, ist nur etwas teuer auf Dauer. Gestern wurde ein Glasfaserkabel in die Wohnung gelegt und in ein paar Tagen haben wir dann 1000 MBit/s! Um das voll nutzen zu können müsste ich eigentlich einen neuen Router kaufen.

Wir haben einen Backofen! Und die erste Tiefkühlpizza seit 2 Jahren. Hat auch nur Euro 6,50 gekostet :-). Das war noch bevor wir Besteck und Teller hatten :-).

Nebenbei haben wir schon ein bisschen Singapur erkundet. Wir waren Tanzen (Claire hat auch mit einem Tanzkurs angefangen) und im Dunkelrestaurant (ganz lustig), ich war Klettern und bei einem Comedy Event. Am Schwierigsten gestaltet sich bisher die Suche nach einem Fahrrad. Es gibt fast ausschließlich Mountainbikes, Rennräder oder Klappräder. Normale Straßenräder sind extrem selten. Die meisten sind auch viel zu klein für mich. In den Fahrradläden gibt es nur ein oder zwei Alibi-Räder, die mit Licht, Schutzblechen, Fahrradständer und Gepäckträger ausgestattet sind.

Der Tag an dem die 35 Kisten von uns und Claires Freundin angekommen sind.

Nimm was warmes mit, wir sitzen drinnen

Dem Wetterbericht nach ist es in Singapur genauso warm wie auf Bali. Aber da hier soviel klimatisiert ist, fühlt es sich oft kälter an und manchmal frieren wir. Anfangs, als wir im Hotel gewohnt haben, konnte man die Klimaanlage gar nicht vollständig abschalten und so trug ich oft lange Hose und Pulli. Im Hotelflur oder dem Restaurant war es wie im Kühlschrank. Umso größer war dann der Schock, wenn man nach draußen in die Hitze ging.
Wenn man irgendwo hingeht, sollte man auch voraus denken. Für die U-Bahn, Malls oder Restaurants ist es gut einen Pulli oder dünnes Hemd dabei zu haben.
Genauso sollte man immer darauf vorbereitet sein, dass es anfängt zu regnen. Es passiert oft, dass es plötzlich anfängt wie aus Eimern zu regnen. Wenn man da keinen Regenschirm oder eine Regenjacke dabei hat, bleibt nur sich unter zu stellen und zu warten bis es wieder aufhört. Wahrscheinlich sollte man einfach immer einen Regenschirm mitnehmen, der schützt nämlich auch vor der brennenden Sonne.

Mobilität

Generell ist der öffentliche Nahverkehr sehr praktisch. Es gibt mehrere U-Bahnlinien und sehr viele Buslinien, die hilfreicher und oft schneller sind, als ich erst dachte. Aber insgesamt fühlt es sich nicht so mobil an. Die 500 m zum Bus oder der eine Kilometer zur U-Bahn Station fühlen sich bei der Hitze sehr weit an. Durch die vielen Hochhäuser gibt es viele große, unübersichtliche Anlagen und Straßen, wo man als Fußgänger viel herumlaufen muss. Die Stadt scheint auch mehr für Autofahrer ausgelegt zu sein. An der Stelle von Ampeln gibt es oft Fußgängerbrücken, die total nervig sind. Zumindest gefühlt wird dadurch das Überqueren der Straße um ein Vielfaches weiter. Auf vielen Mittelstreifen stehen auch Zäune, die verhindern, dass man direkt über die Straße läuft. Es fühlt sich richtig befreiend an, wenn es dann doch mal eine Straße gibt, die man direkt überqueren kann.

Die Autofahrer gehen mir jetzt schon wegen ihres rücksichtslosen Verhaltens gegenüber Fußgängern auf die Nerven. Sie scheinen alle zu denken, dass ihnen die Straße alleine gehört, weil sie soviel Steuern für die Autos bezahlen (Die verschiedenen Steuern sind ein bisschen kompliziert. Beim Autokauf kommen einige Gebühren hinzu, z. B. der Erwerb einer 10 Jahre gültigen Erlaubnis um die Straßen benutzen zu dürfen. Wenn ich das richtig verstehe, kommt ein VW Golf A7 dadurch auf 90.000 Euro und da sind die jährliche Kfz-Steuer und die Versicherung noch nicht enthalten). Vielleicht haben hier Fußgänger auch nie Vorfahrt außer an Zebrastreifen.
Fahrradfahrern soll es auf der Straße nicht viel besser gehen. Bin schon mal gespannt. In der Straßenverkehrsordnung von Singapur sind lustige Handzeichen für Radfahrer vorgeschrieben um „Langsamer werden“ oder Anhalten anzuzeigen.

Nonya Laksa, Eco Bee Hon, Mee Siam, Hokkien Mee, Roti Prata, Steamboat – was soll das alles sein?

Was das Essen betrifft, hatte ich im Vorfeld immer gehört, dass Singapur ein Paradies für Feinschmecker sein soll und man so günstig und lecker in den Foodcourts essen könnte. Daher hat es mich anfangs etwas überrascht, als ich in den Foodcourts gegessen habe und das Essen sehr enttäuschend war.
Mittlerweile würde ich sagen, dass die Bandbreite beim Preis und der Qualität sehr groß ist. Die Foodcourts sind mit 2 – 6 Euro für ein Gericht wirklich sehr günstig aber es ist wie Kantinenessen: Bestenfalls ganz gut. Auch bei den Restaurants (6 – 30 Euro) gibt es viele nicht so gute und man ist gut beraten vorher die Bewertungen zu lesen oder nicht zu viel zu erwarten (Wie bei dem Gourmet-Burger, der seinen Namen überhaupt nicht verdient hat).
Es ist aber toll, wie groß die Auswahl an Restaurants aus den unterschiedlichsten Ländern ist. In unserer Gegend gibt es Indisch, Koreanisches BBQ, Chinesisch, Malaysisch, Thailändisch, Vietnamesisch, Japanisch … und soviele Gerichte, die ich noch nie gesehen habe.

Extrem leckere Dim Sum.

I no undastand-lah!

Obwohl in Singapur Englisch eine der Amtssprachen ist und alle Englisch können, hört man auf der Straße vor allem Mandarin, Hindi oder Malay.
Genau genommen sprechen viele auch kein Hochenglisch, sondern Singlisch, was für Singapur-Englisch steht. Das ist ein wilder Mix aus Englisch und den anderen Sprachen. Wir beide hatten schon Telefongespräche auf „Englisch“, wo wir am Ende keine Ahnung hatten, was derjenige eigentlich wollte.

Viele Schilder sind viersprachig.

Wohnen in Singapur: HDB oder Condo?

Wenn man eine Wohnung, sucht gibt es im wesentlichen zwei Optionen: HDBs und Condos.
HDBs (Housing and Development Board): sind staatlich subventionierte Hochhäuser, die etwas an Plattenbauten erinnern. Die Mieten sind günstig aber dafür sind die Wohnungen komisch geschnitten und einfach ausgestattet. Im Katong-Bezirk – wo wir wohnen – kostet eine 70 qm HDB Wohnung zwischen 700 und 1000 Euro monatlich.

Eine HDB-Anlage.

Condominium bedeutet eigentlich Eigentumswohnung bezeichnet aber neue, sehr moderne und gut ausgestattete (Hoch)Häuser. Da Condos so viel kosten, sind die Wohnungen oft sehr klein. Zur Ausstattung gehören typischerweise ein Pool, Whirpool, mehrere fest installierte Grills, ein Fitnessraum und Sicherheitspersonal. Zum Teil auch Spiel- oder Tennisplätze und Saunas, falls einem Singapur nicht heiß und feucht genug ist. 50 qm in einem Condo kosten meist 1600 Euro pro Monat und mehr.

Eine Freundin von Claire wohnt in den Bedok Residences. Die Wohnanlage ist auf einer Mall gebaut, die sich wiederum auf einer U-Bahn Station befindet. Mit der dazu gehörenden Pool- und Gartenlandschaft sieht es mehr wie eine Hotelanlage aus.

Wir wohnen in einem kleinen, recht günstigen Condo, das lediglich mit einem Pool ausgestattet it. Obwohl es nur 55 qm sind, kommt es mir – verglichen mit den anderen besichtigten Wohnungen – recht geräumig vor. Durch das weniger an Luxus und guter Lage bezahlen wir 660(!) Euro weniger im Monat als Claires Freundin.
Mit einem 2008er Baujahr ist unser Haus schon ziemlich alt. Außen ist es auch gar nicht mehr gelb gestrichen, wie es auf dem Foto zu sehen ist. Wir haben eine Wohnung in einem Condo von 1994 gesehen, wo es eine Bekanntmachung gab, dass der Condo verkauft worden ist. Der Makler erklärte uns dann, dass das bedeutet, dass in Kürze alle Mietverträge aufgelöst werden und das Haus abgerissen wird um ein neues zu bauen.

Ein paar Bilder von unserer Wohnung.

Generell habe ich den Eindruck, dass es in Singapur einerseits viele sehr wohlhabende Einwohner gibt und andererseits viele sehr einfach lebende. Der resultierende Unterschied im Lebensstandard scheint mir viel ausgeprägter zu sein als in Deutschland.
Die Wohlhabenden leben in modernen Luxusapartments mit noch viel höheren Mieten, fahren teure Autos und die ganzen Abgaben darauf, schicken ihre Kinder auf Privatschulen (Größenordnung von 1500 Euro pro Monat pro Kind), haben in der Wohnung lebende Haushaltshilfen, besuchen Restaurants und Bars (10 Euro für ein Bier ist normal).
Von den Armen fallen am Stärksten die Rentner und die biligen Arbeitskräfte aus Indien und Pakistan auf, die die ganze körperliche Arbeit verrichten. Sie leben dicht aufeinander in den HDBs, essen in Foodcourts, fahren klapprige Fahrräder oder Bus und schicken ihre Kinder auf die öffentlichen Schulen.

Schnelles Internet & effiziente Verwaltung

Wie in vielen entwickelten asiatischen Ländern sieht man die Einheimischen ständig mit dem Telefon vor dem Gesicht. Auf dem Weg von der Wohnung zum Bus, beim Warten auf den Bus und im Bus. Da High-Speed Internet hier überall (wirklich überall) verfügbar ist, finde ich das auch verständlich. Es macht überhaupt keinen Unterschied mehr, ob man das WLAN zu hause benutzt oder LTE/4G unterwegs. Meist ist das WLAN von Restaurants sogar langsamer als LTE/4G.
Entsprechend viel wird auch online erledigt. Für alles gibt es eine App:
ein Taxi bestellen (und trotzdem bekommt man zur Rush-Hour keins), einen Fahrer mit Lieferwagen mieten, Busrouten nachschlagen, eine Wohnung finden, gebrauchte Sachen kaufen und verkaufen, Ärzte und Krankenhäuser zu finden, es gibt sogar eine App mit der man die Stadtverwaltung benachrichtigen kann, wenn irgendwo Müll auf der Straße herumliegt. Einfach ein Foto davon machen und zusammen mit dem Standort abschicken.

Schon das zweite Restaurant in dem auf jedem Tisch ein iPad mit der Speisekarte liegt. Ich fand es aber sehr umständlich zu benutzen auch wenn es ganz praktisch sein kann, wenn man zum Bestellen nicht auf die Bedienung warten muss.

Überhaupt macht die Verwaltung in Singapur bisher einen sehr effizienten Eindruck. Für ein Arbeitsvisum reicht man alle erforderlichen Dokumente online ein und innerhalb von zwei Wochen wird es bearbeitet. Ein paar Lehrer haben davon erzählt, dass sie bei ihrem Besuch des hiesigen Äquivalent der Ausländerbehörde vor dem vereinbarten Termin schon fertig waren. In Berlin ist man froh, wenn man eine Wartemarke ergattern kann, indem man sich mehrere Stunden vor den Öffnungszeiten anstellt.

Es gibt auch eine Webseite, bei der man sich über aktuell aufgetretene Dengue-Fälle in der Nachbarschaft informieren kann (und wie hoch das Risiko zur Zeit ist). Völlig unvorstellbar auf Bali.

Zu guter Letzt will ich noch mit einem Vorurteil über Singapur aufräumen und zwar, dass Singapur so sauber sein soll. Verglichen mit anderen Teilen Asiens ist es natürlich sauberer aber das ist nicht besonders überraschend. Meines Erachtens sieht es nicht viel anders als Berlin oder München aus. Im Unterschied zu Berlin gibt es hier keine Graffitis und die U-Bahnen sind neuer und sauberer. Ich hatte überlegt, ob ich Fotos von Müll auf den Straßen Singapurs sammeln soll aber es gibt soviel davon, dass das zu einfach wäre.

Müll auf der Straße! Und das in Singapur! :-)

Um die Ecke von uns. Restaurierte Kolonialbauten mit netten Läden und guten Restaurants.