Die Sprache: Bahasa Indonesia

Wenn wir vor unserer Abfahrt gefragt wurden, welche Sprache man eigentlich auf Bali spricht, haben wir immer geantwortet man spräche Indonesisch. Das ist allerdings, wie wir – seitdem wir auf Bali sind – herausgefunden haben, nur die halbe Wahrheit. Es gibt noch eine weitere, ganz eigene Sprache, die nur hier auf Bali gesprochen wird, nämlich Balinesisch.

Indonesisch ist erst seit der Unabhängigkeit Indonesiens, die im Jahre 1945 errungen wurde, die offizielle Landessprache. Indonesisch ist eine Mischung aus verschiedenen Sprachen, basiert aber größtenteils auf Malayu kuno, einer Handelssprache, die schon seit vielen Hundert Jahren im gesamten Archipel gesprochen wurde. Eigentlich alle Inseln Indonesiens besitzen ihre eigene Sprache (es werden über 250 Sprachen in Indonesien gesprochen). Indonesisch ist in der Regel die erste Fremdsprache, die man ab der ersten Klasse in der Schule lernt.
Doch wahrscheinlich kommt man selbst auf Bali nicht weit mit Balinesisch, da es hier, aufgrund des hohen Bedarfes an Arbeitskräften durch den Tourismus, viele indonesische Einwanderer z.B. von Java gibt. Und mit Indonesisch kann man sich nicht nur in ganz Indonesien verständigen, sondern auch in Malaysia, da sich Indonesisch und Malaiisch zueinander verhalten wie Schwedisch und Norwegisch, d.h. Indonesier können Malaien verstehen und umgekehrt.

So lernen wir also Indonesisch. Mit Englisch kommt man auch halbwegs zurecht. Besonders in den touristischen Regionen oder den touristischen Angeboten sprechen viele etwas Englisch, und bei vielen alltäglichen Aktivitäten wie Essen gehen und Einkaufen ist die notwendige Kommunikation ja auch nicht so kompliziert. Ganz viele Einheimische, besonders auf den Märkten und den Geschäften und Restaurants für Einheimische, wo ich ja am Liebsten hingehe, sprechen überhaupt kein Englisch. Und mit denen, die etwas Englisch können, stößt man sehr schnell an ihre sprachlichen Grenzen, wenn es auch nur ein bisschen komplizierter bzw. weniger leicht erratbar wird. So hat es bestimmt eine Viertelstunde gedauert bis ich unserer Putzhilfe verständlich machen konnte, dass er dreimal die Woche und nicht jeden dritten Tag kommen soll. Überhaupt waren wir schon in einigen frustrierenden Situationen, die durch die Sprachbarriere zustande gekommen sind. Und das, obwohl ich auf meinem Telefon immer ein Wörterbuch und Google Translate zu Verfügung habe und auch oft einsetze.

Wie ist Indonesisch als Sprache? Anders. Ganz anders. Indonesisch gehört zu den malaiisch-polynesischen Sprachen, ist also mit nichts verwandt, was wir kennen. Ab und zu entdeckt man lustigerweise Wörter aus dem Arabischen oder Niederländischen. Immerhin schreibt man Indonesisch mit lateinischen Schriftzeichen – wir müssen also kein neues Alphabet lernen und können schonmal alles lesen. Zum Glück ist es auch keine tonale Sprache wie Chinesisch oder Thailändisch. Für Deutsche hat Indonesisch eine ziemlich einfache Aussprache und bis auf ein paar Ausnahmen wird alles so gesprochen wie es geschrieben wird.

Indonesisch hat, wie anscheinend viele südostasiatische Sprachen, eine sehr einfache Grammatik. Es gibt keine Deklination, d.h. die Substantive und Adjektive verändern sich nicht mit dem Fall, der Anzahl oder dem Geschlecht. Also kein: das kleine Haus, des kleinen Hauses, die kleinen Häuser, etc. Es gibt keine Konjugation, d.h. die Verben verändern sich auch nicht. Ich gehen, du gehen, er/sie/es gehen… Die Sprache kennt keine Artikel und keine unterschiedlichen Formen für Singular und Plural. Optional kann man das Wort verdoppeln um explizit zu machen, dass es sich um die Mehrzahl handelt, z.B. Frucht heißt buah und Früchte sind buah buah. Bei Vergangenheit oder Zukunft wird auch nicht das Verb verändert, sondern durch zusätzliche Wörter wird angezeigt, um welche Zeitform es sich handelt. Außerdem gibt es keine (Possesiv)pronomen wie mein, mir oder mich.

Mal ein Beispiel:
Gestern bin ich mit dem Auto zu meiner Arbeit gefahren.
Kemarin saya jalan naik mobil ke pekerjaan saya.
Wörtlich übersetzt: Gestern ich fahren mit Auto zu Arbeit ich.

Einfach oder? Wie man sieht, fällt auch das Hilfsverb „sein“ weg. Schön wenig Grammatik, wenig Regeln wie sich bestimmte Wörter verändern und wenig extra Wörter, die man lernen muss.
Genau so reden viele Indonesier auch Englisch, weil sie ihre einfachen Sätze wörtlich übersetzen. Das hört sich dann manchmal an wie Babysprache.

Also, dann muss man nur Vokabeln lernen, oder?

Größtenteils, ja. Die Vokabeln sind zwar nicht so leicht zu merken aber eigentlich müssen wir nur ganz viel auswendig lernen.
Bisher habe ich eine Sache kennengelernt, die das Erlernen der Sprache etwas erschwert: Es gibt eine formelle und eine informelle Variante. Und die sind unterschiedlicher als im Deutschen wo sich quasi nur die Person ändert.

Ich gebe dir dein Buch zurück, was du mir geborgt hast.
Ich gebe ihnen ihr Buch zurück, was sie mir geborgt haben.

Im Indonesischen ändern sich die Wörter für ich, du, nicht und nein. Bei vielen Wörtern wird auch die erste Silbe weggelassen, damit es kürzer wird. Da das noch nicht genug anders ist, kann man auch im Umgangssprachlichen aus den Possesivpronomen ein Suffix des Substantives machen. Das sieht so aus:

Formales Indonesisch: rumah saya, rumah anda
Informales Indonesisch: rumahku, rumahmu (informal ich ist aku, du ist kamu)
mein Haus, dein Haus
Wörtlich: Haus ich, Haus du

Nun wird es den meisten Indonesiern nicht so wichtig sein, ob ich sie formal oder umgangssprachlich anspreche, solange sie überhaupt verstehen können, was ich will. Aber es erschwert das Verstehen, da wir auf beide Weisen angesprochen werden und die Vokabeln für beide Varianten verstehen müssen.

Ich trinke gerne Tee aber ich trinke nicht gerne Kaffee.
Formal: Saya suka minum teh, tetapi saya tidak suka minum kopi.
Informal: Aku suka minum teh, tapi aku nggak suka minum kopi.

Zum Glück habe ich mittlerweile die Zahlen drauf, da ich ja sehr oft mit Preisen konfrontiert werde und feilschen muss.

Insgesamt eine recht einfache Sprache, die eine ganz lustige Sprachmelodie hat und es duchaus Spaß macht sie zu lernen.
Wer mal ein Beispiel hören will, klicke hier

Ausflug nach Jimbaran und Uluwatu

Eines schönen Sonntags haben wir wieder einen Ausflug gemacht. Diesmal in Richtung Süden nach Uluwatu um uns die Steilküste und die Strände anzusehen. Da der Weg dorthin recht weit ist, haben wir am Strand (wo sonst) von Jimbaran einen Zwischenstopp eingelegt.

Da die Sonne total gebrannt hat und der Sand heiß war, haben wir uns gleich mal eine Liege organisiert, wo wir uns im Schatten bei einem kühlen Getränk von dem Chaos des Straßenverkehrs erholen konnten.

Ich war der Meinung, dass die Wellen, die wir bisher gesehen haben schon groß waren aber in Jimbaran waren sie noch größer. Man konnte sehen, dass die Badenden am Anfang immer etwas Angst hatten. Und wenn sie von den Wellen erfasst wurden, hatten sie auch Schwierigkeiten stehen zu bleiben.

Auf Fotos von Wellen ist die tatsächliche Größe immer schwer erkennbar. Dankenswerterweise haben sich diese russischen Touristen als Vergleichsobjekte zur Verfügung gestellt.

Und da bin ich.

Weiter geht’s. Claire ist am Steuer und ich versuche ein paar Eindrücke von der Fahrt festzuhalten.

In Uluwatu angekommen entscheiden wir uns gegen den Tempel und fahren direkt zum Strand. Jedenfalls versuchen wir das. Irgendwann hört die Straße auf und wir parken. Danach steigen wir eine halsbrecherische Treppe nach unten, bis wir in eine kleine Siedlung kommen, wo es nichts als Touristenquatsch und Restaurants gibt. Irgendwo, ganz unten, gibt es 5 m Strand zwischen den Klippen, von dem die Surfer ins Wasser gehen. Wir suchen uns ein Restaurant mit schönem Blick auf die Steilküste und auf die Surfer die sich an den Brechern versuchen.
Es zeigt sich wieder mal, dass die Qualität des Etablissements meist im umgekehrten Verhältnis zu der Schönheit des Ortes steht auf dem es errichtet wurde. Wir bekommen schlechten Service und sehr mittelmässiges Essen aber der Ausblick entschädigt uns allemal.

Anschliessend fahren wir weiter zum unter Surfern (schon wieder) berühmten Padang Padang Strand. Direkt neben den gefährlichen Klippen brechen die Wellen so, dass eine Röhre entsteht, durch die die Surfer dann hindurch surfen können. Jedes Jahr findet auch bei Padang Padang eine internationale Surfmeisterschaft statt.

Wie sich herausstellt findet die Meisterschaft gerade jetzt statt. Der Strand ist total vollgepackt mit Leuten. Schattenplätze gibt’s mal gar nicht. Wir haben ein bisschen zugekuckt und ab und zu schoss auch mal jemand durch eine Welle hindurch aber viel gab es nicht zu sehen. Da es nicht der richtige Tag für ein gemütliches am Strand sein war, sind wir dann bald weiter gefahren.



Hier kann man so eine Röhren-Welle oder Tube sehen.

Auf dem Rückweg haben wir in Denpasar noch Mückennetze und eine Hängematte gekauft. Damit waren wir dann auch maximal beladen und mussten zurück nach Hause.

Billige Arbeitskräfte kontra technische Hilfsmittel

Eine Eigenschaft von Bali, die ziemlich schnell auffällt ist das Arbeitskraft hier billig sein muss. Sehr, sehr billig. Eigentlich nicht verwunderlich, da Indonesien ein Entwicklungsland ist und das indonesische BIP weniger als 1/7 des deutschen beträgt. Aber wenn man dann sieht, was das wirklich bedeutet und wie sich das im Alltag niederschlägt, da hat es mich doch überrascht. Ganz viele einfache Tätigkeiten werden hier von Menschen übernommen, für die man in Deutschland immer Technik und Maschinen einsetzen würde.

Sehr deutlich wurde der Unterschied zwischen Industrienation und Entwicklungsland auch bei unserem Aufenthalt in Sanur. Sanur ist eine Küstenstadt im Osten von Bali nicht weit entfernt von mehreren kleineren Inseln wie z.B. Nusa Penida und Nusa Lembongan. Diese Inseln werden komplett über den Seeweg versorgt; unter anderem auch von Sanur. Während ich am Strand saß, konnte ich beobachten wie das genau aussieht.
Zwischen den Inseln fahren einige, ungefähr 15m lange, Holzboote, die ich aufgrund der Bauweise und Möglichkeiten als Personenfähre einordnen würde, wo noch etwas Platz für Güter ist. Autos oder andere Fahrzeuge können nicht mit diesen Fähren transportiert werden. Diese Fähren fahren soweit wie sie können rückwärts auf den Strand. Beim Entladen werden die leeren Trinkwasserbehälter, Gasflaschen und Benzinkanister ins Wasser geworfen. Jemand zieht sie dann aus dem Wasser und stellt sie auf den Strand. Der Nächste trägt sie über den Strand bis zu einem kleinen Parkplatz. Auf den Parkplatz stehen jeweils Kleintransporter vom Wasser- und vom Gashändler, die leere Flaschen gegen volle austauschen. Die neuen Flaschen, Bierkästen, Lebensmittel, Baumaterialien und was sonst noch rüber muss werden gleichermaßen über mehrere Stationen bis zum Boot gebracht. Wenn das voll beladene Boot dann auf der Insel angekommen ist, wiederholt sich das Ganze nochmal.

In Deutschland würde man wohl als erstes einen Steg oder einen Hafen bauen, wo das Boot anlegen kann. Dann kann das Boot schon fast direkt vom Transporter beladen werden. Aber es muss noch jede Flasche, Kiste etc. einzeln angefasst werden. Die nächste Stufe wäre vielleicht ein Kran mit dem die Paletten vom Laster gleich in den Laderaum des Bootes gehoben werden. Oder eine Autofähre mit der das Be- und Entladen der Transportfahrzeuge eingespart werden könnte.

Natürlich ein Hafen ist eine große Investition, die auch gewartet werden muss. Der Strand ist einfach da. Größere Laster und Fähren kosten nicht nur viel mehr in der Anschaffung, wofür wahrscheinlich gar kein Geld da ist, sondern verbrauchen auch mehr Kraftstoff, dadurch dass der Laster mit transportiert werden muss. In Bali ist es wahrscheinlich egal, wenn das Be- und Entladen 3 Stunden dauert und die Fähre währenddessen ungenutzt am Strand dümpelt.

Da in Bali die Arbeitskraft immer günstiger als Technik zu sein scheint, entscheidet man sich immer für mehr Arbeitskräfte. In Deutschland ist das andersherum, deswegen wird immer versucht, ein Problem zuerst mit Hilfe von Maschinen zu lösen.


Zu beneiden sind die Träger auch nicht, die sind richtig am Schleppen.

Ein weiteres Beispiel dafür ist der Verkehr. Im Süden von Bali gibt es große Verkehrsprobleme. Zu Stoßzeiten gibt es lange Schlangen von Autos, während sich die Motorradfahrer links und rechts durch quetschen. Da die meisten Kreuzungen keine Ampeln haben, werden an den Problem-Kreuzungen jeweils 2-3 Verkehrspolizisten eingesetzt, die versuchen das Chaos zu dirigieren. Das ist offenbar billiger und einfacher als Ampeln einzusetzen.
Da der Verkehr so dicht ist und man besonders als Autofahrer kaum eine Lücke findet um von einem Parkplatz wieder auf die Straße zu kommen, haben die meisten Hotels und Restaurants Helfer dafür. Den ganzen Tag gibt es auf dem Parkplatz dann jemand, dessen einzige Aufgabe es ist Autofahrern beim Losfahren zu helfen, indem sie auf die Straße laufen und den Verkehr anhalten.

Bei ausländischen Familien ist anscheinend neben dem Haus mit Garten eine Putzfrau und ein Gärtner normaler Lebensstandard. Möglicherweise beschäftigen sie auch noch einen Fahrer oder eine Nanny. Die Löhne für Bedienstete im Haus sind unterschiedlich aber meist sehr gering. Recht üblich scheinen jeden Tag 1-2 Stunden putzen für 50 $ im Monat zu sein. Die Putzfrau einer Bekannten kommt jeden Tag für 4 Stunden (und kocht und kauft ein …) für 100 $ im Monat.

Bei den Preisen verwundert es dann nicht, wenn die Gärtner Wasserschlauch und Sense benutzen anstatt einen Rasensprenger und Rasenmäher. Es lohnt sich weder die Geräte zu kaufen und den Garten selber zu machen, noch die Geräte dem Gärtner zu geben, damit er effizienter wird.

In vielen kleinen Läden, die nicht größer als ein Späti sind, arbeiten 3-4 Angestellte. Am Verrücktesten mit den Verkäufern war es im Centro Kaufhaus, wo wir Bettwäsche kaufen wollten. Während wir durch die Abteilung liefen um etwas auszusuchen kam fast an jedem Regal ein anderer Verkäufer zu uns und fragte nach der Größe unseres Bettes und der gewünschten Farbe. Wir haben uns bestimmt von acht verschiedenen Verkäufern beraten lassen – das würde in Deutschland im Baumarkt nie passieren ;-).

Das führt leider auch dazu, dass viele eigentlich schlechte Lösungen ausreichend gut funktionieren. Probleme werden oft nicht ursächlich gelöst, sondern man lässt einen Menschen regelmäßig die Symptome bekämpfen.
– Jeden Tag den Boden wischen anstatt den Schimmel, der da wächst, zu beseitigen
– Einmal als bei uns in der Straße der Müll übervoll war, ist einer da durchgegangen und hat alles verbrannt was irgendwie brennbar war. Das hat einen halben Tag gedauert. Besser wäre ja gewesen eine größere Mülltonne zu organisieren oder Müll zu vermeiden.

In Deutschland wäre man schon alleine durch den Kostendruck, der durch eine so zeitintensive Lösung erzeugt wird, gezwungen nach anderen, nachhaltigeren Lösungen zu suchen.

Strandspaziergang Canggu Beach

Bali ist ein Ort der Frühaufsteher. Die meisten beginnen ihren Tag sehr früh, da es nicht so lange hell bleibt. Um sechs Uhr geht die Sonne unter und die Zeit der Dämmerung ist sehr kurz. Außerdem ist es in den Morgenstunden angenehm kühl. Wir stehen um sechs Uhr morgens auf. Da wird es gerade hell.
In der Regel fahre ich morgens mit Claire zur Schule, da wir uns einen Scooter teilen und ich den für fast alle Aktivitäten brauche. Von der Schule ist es dann nicht mehr weit bis zum Strand und so mache ich öfter noch einen Abstecher zum Strand um einen kleinen Spaziergang zu machen.

Und so bin ich um kurz vor acht am Strand. Um die Zeit sind natürlich die Surfer schon da. Manche Lehrer aus Claires Schule sind schon zum Sonnenaufgang am Strand um noch eine Stunde zu surfen bevor die Schule anfängt. Surfen ist sowieso der beliebteste Wassersport auf Bali. Kein Wunder bei den Wellen, die hier immer sind. Für Windsurfen und Kiten ist der Wind oft nicht stark genug und während der Regenzeit herrscht womöglich sogar wochenlang Windstille. Und Schwimmen ist gefährlich wegen der starken Strömungen. Außerdem gibt es viele Jogger, Spaziergänger und streunende Hunde am Strand.

Die Wellen sind wirklich riesengroß und manchmal sehr überraschend. Jedes Mal wenn ich am Strand bin, beobachte ich wie Leute plötzlich bis zu den Knien im Wasser stehen. Nasse Hosen hab ich auch schon öfter bekommen.

Eine der vielen Strandbars, wo man sich bei einem kalten Getränk entspannen kann.

Der Strand wird immer wieder unterbrochen von Wasserläufen in denen das Regenwasser (wahrscheinlich auch einiges an Abwasser) ins Meer fließt. Auf dem Foto ist einer, wo kein Hotel in der Nähe ist, die ein Interesse daran hätten, dass es sauber ist und so ist der kleine Fluß normal und ungeschönt. Abfall ist nicht so ein schönes Thema auf der Insel. Die meisten Abfälle werden einfach am Straßenrand verbrannt. Was sich nicht verbrennen lässt wir entweder abgeholt oder so „entsorgt“, dass es aus dem eigenen Blickfeld verschwunden ist.

Im Süden von Bali wird wie bekloppt gebaut. In Canggu, der Gegend wo wir leben, gab es wohl vor 10 Jahren nichts als Felder und ein paar Häuser entlang der Hauptstraßen. Das ist ein typischer Klotz wie er überall hier am Strand gebaut wird.

Etwas weiter bin ich auf eine Art Fischerdorf der Einheimischen gestossen. Es gab keinen Hafen, sondern nur ein paar Hütten in denen die Boote untergestellt werden. Um aufs Meer Rauszufahren werden die Boote wahrscheinlich von vielen Händen über den Strand ins Wasser gezogen. Die Boote waren allesamt mini Trimarane, d. h. Boote mit Auslegern links und rechts um die Stabilität zu verbessern.
Das war sehr schön inmitten der Luxushotels und Touristenrestaurants mal einen Blick auf das echte Bali erhaschen zu können.

Und dann hab ich noch diesen sonderbaren Baum entdeckt. Mit Früchten die eine Mischung aus Ananas und Bananen zu sein scheinen.

Und nochmal Strand.

Ausflug nach Tanah Lot

Das vergangene Wochenende (11. und 12. August) war ein extra langes Wochenende, da es das Ende von Ramadan war. Claire hatte „nur“ Donnerstag und Freitag frei, andere haben die ganze Woche nicht gearbeitet. Im Verlauf der Woche schlossen mehr und mehr Läden bis ungefähr die Hälfte zu war, was etwas ungewöhnlich ist, da die meisten Geschäfte 7 Tage die Woche offen sind. Bei den Öffnungszeiten macht anscheinend jeder was er will, manche haben Mittagspause andere öffnen erst Mittags und manche sind immer geöffnet.

Wir haben die freien Tage genutzt um die Insel weiter zu erkunden und sind eines schönen Nachmittags zur berühmten Tempelanlage von Tanah Lot gefahren. Als wir uns dem Tempel näherten, kamen wir erstmal in einen gehörigen Stau. Nach einer Weile erreichten wir den Eingang des Parkplatzes an dem an vier Häuschen die Park- und Eintrittsgebühr entrichtet werden konnte. Es war voll. Richtig voll. Und die Erwartungen an den Tempel stiegen natürlich, wenn soviele Leute kommen um ihn zu sehen.

Nachdem wir dann eine gefühlte Ewigkeit durch Stände voller T-Shirts, Kitsch, Kunst und Essen gelaufen sind erreichten wir das Wasser und fanden den Tempel erstmal gar nicht. Es war nämlich ein ziemlich kleiner Tempel. Kaum zu sehen und wenig spektakulär. Und man durfte auch gar nicht reingehen, was bei den Touristenmassen auch nicht so verkehrt war.

Hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt aber gut. Wir haben wahrscheinlich auch eine ungünstige Zeit für unseren Besuch gewählt, da auch viele Indonesier frei hatten und es dadurch besonders voll war.

Es gab natürlich jede Menge fliegende Händler die alles Mögliche verkauft haben. Ganz lustig waren die Jungs mit Kamera und portablen Drucker, die Interessierten die Erinnerungsfotos gleich ausgedruckt haben.

Das ist der Tempel:

Ein totaler Reinfall war der Ausflug aber auch nicht, da die Küste sehr schön war und wir auch einen schönen Sonnenuntergang hatten.

Bilder vom Ausflug nach Ubud

Am letzten Wochende haben wir einen Ausflug ins Landesinnere, nach Ubud, unternommen. Die Tour wurde organisiert von einem Kollegen von Claire und so sind wir in einem kleinen Bus voll mit Lehrern und deren Anhang losgefahren.

Der erste Programmpunkt war so eine Art Bio-Gewürz-Garten, wo wir diverse Tees und Kaffeesorten der Region probieren (und kaufen) durften. Der Garten war schön angelegt mit vielen interessanten Pflanzen. Da kann man dann mal sehen, wie die Gewürze, die man immer so verwendet, eigentlich wachsen. Zum Beispiel Zimt kommt von der Rinde des Zimtbaums.

Ein paar verschiedene Gewürze, wobei das nicht so schwer zu raten war.

Ein paar Tiere gab’s auch zu bewundern.

Die gehörte nicht dazu, sondern ist einfach so neben mir gelandet.

Nächster Stop: Mittagessen mit Blick auf einen der Vulkane Balis.

Schon ganz nett dort.

Dann sind wir auf die Fahrräder umgestiegen und über Landstraßen und Feldwege den Berg runtergerollt bis Ubud. Dort gab’s dann jede Menge grün und die Reisfelder für die Bali so berühmt ist zu sehen.

Auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Spritual Healer haltgemacht, wo sich einige der Gruppe haben heilen lassen aber das ist eine andere Geschichte (für ein andermal).

Nach zwei Wochen

Es ist Sonntag, der zweite Sonntag hier auf Bali. Unser Umzug ist jetzt ein bisschen länger als zwei Wochen her. Das Sonntagsfrühstück war für meine Begriffe etwas improvisiert, so wie meistens seitdem wir in unserem eigenen Haus wohnen. Es gab schwarzen Tee und wir haben den Kakao ausprobiert den wir gestern auf dem Ausflug nach Ubud – eine Stadt im Norden der Insel – gekauft haben. Dazu ein paar Kekse, jeweils ein Jogurt und die Reste der Pizza, die wir gestern vom Restaurant mit nach Hause genommen haben. Das Müsli war alle und bisher konnten wir auch noch kein akzeptables Brot finden, wo ich die Marmelade, bei der das Glas 5 US $ kostet, obwohl es ganz normale Marmelade ist, hätte draufschmieren können. Gebratenen Reis oder Nudeln wie es die Indonesier zum Frühstück essen war auch nicht möglich, da unsere Küche dafür nicht weit genug ausgestattet ist.

Dann haben wir weitergemacht unsere extrem geräumige Wohnung zu putzen. Wir wissen gar nicht wie groß unsere Wohnung ist. Bei der Wohnungssuche gibt es meist gar kein Expose oder eine Anzeige. Man kennt jemand, der etwas zu vermieten hat oder ein Makler zeigt einem die handvoll Wohnungen, die mehr oder weniger zu den Bedürfnissen passen. Man fängt also gleich mit der Besichtigung an. Hierzulande würde man unser Haus mit Villa, 2 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, offene Küche + Wohnzimmer, Garten und gemeinsamen Pool beschreiben. Ich würde die Wohnung auf etwas größer als 110 m² schätzen und den Garten mit 150 m². Davon sind ungefähr 40 m² die offene Kombination von Küche und Wohnzimmer. Offen heißt es fehlt eine ganze Wand. Das ist sehr schön, da man immer auf den Garten schauen kann und sehr angenehm. Es hat aber auch eine Reihe von Nachteilen. Einer davon ist, dass man öfter putzen muss, da jede Menge Staub und Blätter hineingeweht werden. Und 40 m² sind echt viel zu fegen und zu wischen. Beim Putzen haben wir auch entdeckt, dass eine von den Kätzchen, die heute morgen in unserem Garten aufgetaucht sind, in unsere Küche gekotzt hat.

Danach haben wir uns mit unserem Scooter aufgemacht einen großen Supermarkt zu finden, der uns empfohlen wurde. Das für uns normale Supermarktsortiment in Deutschland aus abgepackten Lebensmitteln, frischen Gemüse, Obst und Fleisch, sowie Haushaltsartikeln ist hier selten. Genaugenommen kannten wir bisher nur zwei solche Supermärkte in 5 und in 10 km Entfernung. Die normalen Supermärkte führen nur abgepackte Lebensmittel und ein paar Haushaltsartikel, meist sieht das ungefähr so aus: Getränke, Kekse, Chips, Fertignudelsuppen und Toilettenpapier. Eigentlich vergleichbar zu den Spätis in Berlin. Für Gemüse, Obst und Fleisch muss man eigentlich auf einen Markt gehen. Ab und zu gibt es Stände an der Straße die auch ein paar Sorten Obst oder Gemüse verkaufen. Und obwohl ich schon ein bisschen in normalen Läden, Märkten und Straßenständen eingekauft habe, wüßte ich nicht so richtig, wo ich alle Zutaten für ein einfaches Rezept kaufen könnte. Aber wir arbeiten an unserer Küchenausstattung und bald werden wir auch etwas komplizierteres als Nudeln mit Fertigsoße kochen können.

Das Finden des Supermarktes war typisch für viele Unternehmungen hier: wir wussten nicht den genauen Namen, nicht die Straße, kannten nicht die Position auf der Karte, sondern hatten nur eine sehr ungefähre Wegbeschreibung. Die ging so: immer geradeaus auf der Hauptstraße, bis man zu einer großen Kreuzung kommt und dann links. Allerdings sind Straßen, die auf Karten Hauptstraßen und auch tatsächlich wichtige Verbindungen sind, selten als solche erkennbar. Ampeln sind so selten, so dass eine Ampel immer ein Indiz dafür ist, dass man gerade eine große Straße kreuzt. Nach einer ganzen Weile und einigen wilden Schlenkern der Straße zweifelte ich bereits daran überhaupt noch auf der richtigen Straße zu sein, erwartete ich nicht mehr, dass wir den Supermarkt finden würden und hoffte nur, dass wir wenigstens den Weg zurück finden würden, da kamen wir an einem großen Gebäude vorbei auf dem etwas mit Shopping Center stand. Der Markt war groß und hatte eine gute Auswahl, so dass wir unsere Wohnungseinrichtung wieder etwas weiter vervollständigen konnten. Insbesondere die Auswahl an frischen Lebensmitteln war beeindruckend. Da waren etliche Gemüsesorten und Kräuter dabei, die ich noch nie gesehen habe. Da man mit fünf Tüten voll Einkäufen schwer Scooter fahren kann, bin ich dann mit einem Taxi nach Hause und Claire ist mit dem Scooter zu ihrer nächsten Verabredung gefahren. Bei Gelegenheit werd ich mal fragen, ob es auch der Supermarkt war, zu dem wir ursprünglich wollten.

Heute Abend sind wir wieder bei unserem Nachbarn und Vermieter zum Essen eingeladen, wo wir orginal italienische Pizza aus dem Holzofen geniessen werden. Ivan, unserer Vermieter, hat es definitiv geschafft sich ein Stück Heimat hierher zu holen.