Nach zwei Wochen

Es ist Sonntag, der zweite Sonntag hier auf Bali. Unser Umzug ist jetzt ein bisschen länger als zwei Wochen her. Das Sonntagsfrühstück war für meine Begriffe etwas improvisiert, so wie meistens seitdem wir in unserem eigenen Haus wohnen. Es gab schwarzen Tee und wir haben den Kakao ausprobiert den wir gestern auf dem Ausflug nach Ubud – eine Stadt im Norden der Insel – gekauft haben. Dazu ein paar Kekse, jeweils ein Jogurt und die Reste der Pizza, die wir gestern vom Restaurant mit nach Hause genommen haben. Das Müsli war alle und bisher konnten wir auch noch kein akzeptables Brot finden, wo ich die Marmelade, bei der das Glas 5 US $ kostet, obwohl es ganz normale Marmelade ist, hätte draufschmieren können. Gebratenen Reis oder Nudeln wie es die Indonesier zum Frühstück essen war auch nicht möglich, da unsere Küche dafür nicht weit genug ausgestattet ist.

Dann haben wir weitergemacht unsere extrem geräumige Wohnung zu putzen. Wir wissen gar nicht wie groß unsere Wohnung ist. Bei der Wohnungssuche gibt es meist gar kein Expose oder eine Anzeige. Man kennt jemand, der etwas zu vermieten hat oder ein Makler zeigt einem die handvoll Wohnungen, die mehr oder weniger zu den Bedürfnissen passen. Man fängt also gleich mit der Besichtigung an. Hierzulande würde man unser Haus mit Villa, 2 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, offene Küche + Wohnzimmer, Garten und gemeinsamen Pool beschreiben. Ich würde die Wohnung auf etwas größer als 110 m² schätzen und den Garten mit 150 m². Davon sind ungefähr 40 m² die offene Kombination von Küche und Wohnzimmer. Offen heißt es fehlt eine ganze Wand. Das ist sehr schön, da man immer auf den Garten schauen kann und sehr angenehm. Es hat aber auch eine Reihe von Nachteilen. Einer davon ist, dass man öfter putzen muss, da jede Menge Staub und Blätter hineingeweht werden. Und 40 m² sind echt viel zu fegen und zu wischen. Beim Putzen haben wir auch entdeckt, dass eine von den Kätzchen, die heute morgen in unserem Garten aufgetaucht sind, in unsere Küche gekotzt hat.

Danach haben wir uns mit unserem Scooter aufgemacht einen großen Supermarkt zu finden, der uns empfohlen wurde. Das für uns normale Supermarktsortiment in Deutschland aus abgepackten Lebensmitteln, frischen Gemüse, Obst und Fleisch, sowie Haushaltsartikeln ist hier selten. Genaugenommen kannten wir bisher nur zwei solche Supermärkte in 5 und in 10 km Entfernung. Die normalen Supermärkte führen nur abgepackte Lebensmittel und ein paar Haushaltsartikel, meist sieht das ungefähr so aus: Getränke, Kekse, Chips, Fertignudelsuppen und Toilettenpapier. Eigentlich vergleichbar zu den Spätis in Berlin. Für Gemüse, Obst und Fleisch muss man eigentlich auf einen Markt gehen. Ab und zu gibt es Stände an der Straße die auch ein paar Sorten Obst oder Gemüse verkaufen. Und obwohl ich schon ein bisschen in normalen Läden, Märkten und Straßenständen eingekauft habe, wüßte ich nicht so richtig, wo ich alle Zutaten für ein einfaches Rezept kaufen könnte. Aber wir arbeiten an unserer Küchenausstattung und bald werden wir auch etwas komplizierteres als Nudeln mit Fertigsoße kochen können.

Das Finden des Supermarktes war typisch für viele Unternehmungen hier: wir wussten nicht den genauen Namen, nicht die Straße, kannten nicht die Position auf der Karte, sondern hatten nur eine sehr ungefähre Wegbeschreibung. Die ging so: immer geradeaus auf der Hauptstraße, bis man zu einer großen Kreuzung kommt und dann links. Allerdings sind Straßen, die auf Karten Hauptstraßen und auch tatsächlich wichtige Verbindungen sind, selten als solche erkennbar. Ampeln sind so selten, so dass eine Ampel immer ein Indiz dafür ist, dass man gerade eine große Straße kreuzt. Nach einer ganzen Weile und einigen wilden Schlenkern der Straße zweifelte ich bereits daran überhaupt noch auf der richtigen Straße zu sein, erwartete ich nicht mehr, dass wir den Supermarkt finden würden und hoffte nur, dass wir wenigstens den Weg zurück finden würden, da kamen wir an einem großen Gebäude vorbei auf dem etwas mit Shopping Center stand. Der Markt war groß und hatte eine gute Auswahl, so dass wir unsere Wohnungseinrichtung wieder etwas weiter vervollständigen konnten. Insbesondere die Auswahl an frischen Lebensmitteln war beeindruckend. Da waren etliche Gemüsesorten und Kräuter dabei, die ich noch nie gesehen habe. Da man mit fünf Tüten voll Einkäufen schwer Scooter fahren kann, bin ich dann mit einem Taxi nach Hause und Claire ist mit dem Scooter zu ihrer nächsten Verabredung gefahren. Bei Gelegenheit werd ich mal fragen, ob es auch der Supermarkt war, zu dem wir ursprünglich wollten.

Heute Abend sind wir wieder bei unserem Nachbarn und Vermieter zum Essen eingeladen, wo wir orginal italienische Pizza aus dem Holzofen geniessen werden. Ivan, unserer Vermieter, hat es definitiv geschafft sich ein Stück Heimat hierher zu holen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s